Ein Verband auf dem Weg in die Zukunft - Arno Ortmair über die kurz- und langfristigen Aufgaben des Produzentenverbands VDFP und seinen Abschied vom Vorstandsvorsitz

Der VDFP ist der älteste überregionale deutsche Produzentenverband und ist in allen wesentlichen Gremien, Institutionen, Branchenverbänden und Fachausschüssen national und international vertreten.1966 als Kinofilmproduzentenverband gegründet hat er seitdem fast alle wesentlichen Institutionen für die deutschen Filmproduzenten mit ins Leben gerufen: die FFA, die SPIO, die VGF oder GERMAN FILMS und die Murnau-Stiftung. Unsere Mitglieder sind ausschließlich unabhängige Produzenten.

Wie ist unser Selbstverständnis, was macht den modernen Produzenten aus? Als mich vor Kurzem beim Deutschen Filmball ein offensichtlich branchenfremder Gast fragte, was eigentlich ein Produzent tue, wurde mir klar, dass er ein wesentliches Problem unseres Berufs ansprach. Schauspieler und Regisseure kennt jeder, in den seltensten Fällen ist aber auch der Name des Produzenten geläufig. Produzenten sind hierzulade nicht wichtig. Als ich meinem Gegenüber erklärte, dass der Produzent ständig nach neuen Filmstoffen sucht, mit Autoren Drehbücher entwickelt, für die Umsetzung und Ausgestaltung des Films verantwortlich ist und Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, und das ganze Kreativteam zusammenfügt und darüber hinaus für die Finanzierung, Organisation, das künstlerische Ergebnis sowie die Vermarktung verantwortlich ist, kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mir dagegen stellte sich die Frage, warum die Wertschätzung der Produzenten hierzulande so gering ist.

Nun geht es nicht darum, dass wir Produzenten Anerkennung um der Anerkennung Willen einfordern. Kinobesitzer wünschen sich aber seit langem größere und erfolgversprechendere deutsche Kinofilme um den Rückgang der amerikanischen Produktionen auszugleichen. Große Filme erfordern aber auch große Produzentenpersönlichkeiten. Aber wie sollen Produzenten Großes kreieren, wenn sie ständig dazu angehalten werden, klein zu denken? Hier muss ein Umdenken stattfinden. Bei den Verhandlungen mit der ARD ist dies zum Teil schon gelungen. Die Verhandlungserfolge der letzten Jahre basieren auf der Erkenntnis, dass gegenseitige Wertschätzung die Grundlage für beiderseitigen Erfolg ist. Aber ansonsten eröffnet das Branchenumfeld den Produzent kaum Chancen, aus eigener Kraft zu wachsen und sich ausreichend zu kapitalisieren.

Die deutschen TV- und Kinoproduzenten stehen nicht nur am Ende der Wahrnehmungs- sondern eben auch am Ende der Verwertungskette. Obwohl der Produzent, die gesamte Entwicklungsleistung, das Herstellungs- und finanzielle Risiko trägt, ist er als Letzter am Erlös beteiligt, während Kinos und Verleih ihren Einsatz bereits refinanziert und Gewinne erwirtschaftet haben. Das ist kein Vorwurf, sondern der Hinweis auf Rahmenbedingungen aus der analogen Zeit, die dem Wunsch nach erfolgreicheren Produzenten und großen Filmen entgegensteht.

Deshalb hatten die Produzenten bei der FFG Novellierung einen Erlöskorridor von 5-10% gefordert, der aber unverständlicherweise von den Verwerten abgeschmettert wurde.

Doch auch das Ansinnen der Sender die Auswertung in den Mediatheken auf drei Monate und mehr zu verlängern, wirkt dem entgegen. Ohne adäquate Abgeltung der Onlinerechte verlieren die Produzenten eine wichtige Einnahmequelle auch wenn die Erlöse aus der Videoverwertung auf den ersten Blick klein erscheinen mögen: 30-50.000 Euro Minimumgarantie für VIDEO/VOD sind viel, wenn man sie nicht hat und dringend benötigt, um Projektkosten oder neue Entwicklungen zu decken

Darüber hinaus stehen die unabhängigen Produzenten zunehmend durch die Globalisierung des Film- und Fernsehmarktes vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Globale Player wie Google, Amazon oder Netflix diktieren mit neuen Geschäftsmodellen zunehmend den Markt. Dabei fokussieren sie auf große, kapitalstarke Player, die aufwändige Serien- und Filmentwicklungen vorfinanzieren und „screentime“ und Erfolge liefern können. Unabhängige Produzenten mit geringem Eigenkapital und Einzelprojekten haben da nur geringe Chancen.

Der Wandel des Medienmarktes bedeutet deshalb auch für den VDFP eine große Herausforderung. Neben den aktuellen Alltagsthemen wie ARD/ZDF Eckwertevereinbarungen, Anpassung des FFG an digitale Veränderungen, Harmonisierung der Förderbedingungen, die Novellierung des Urheberrechts oder der Digital Single Market, müssen wir neue Businessmodelle und Marktstrukturen finden, die das Überleben der unabhängigen Produzenten und die kreative und kulturellen Vielfalt des Kinofilm sichern. Dies wird nicht leicht.

Die Forderung der Kinobesitzer nach mehr erfolgreichen Kinofilmen ist ernst zu nehmen. Es fehlt dem deutschen Film aber nicht an Klasse sondern vorwiegend am Geld für ein erfolgreiches Marketing. Hervorragende Filme werden deshalb oft nicht ausreichend beworben, und der deutsche Film als Marke schon gar nicht. Dazu könnte das Fernsehen einen elementaren Beitrag leisten. Denn obwohl die Sender erfreulicherweise in Filmfördertöpfe einzahlen und sich an Co-Produktionen beteiligen, werden die meisten Filme stiefmütterlich behandelt und weitgehend unauffindbar und zu schlechten Sendezeiten versendet. Würde man dem deutschen Kinofilm z.B. einen regelmäßigen, fixen wöchentlichen Sendeplatz in der 2nd Primetime einräumen und das generelle Interesse der Zuschauer für das Kino und seine Stars in begleitenden Sendungen wecken, würde dies den deutschen Kinofilm immens fördern.

Es braucht aber nicht nur kommerziell erfolgreiche Filme. Das deutsche Kino benötigt gleichermaßen den künstlerisch hochwertigen Film. Überraschende, mutige, verstörende Filme, die Neues kreieren und vielleicht die Filmsprache von Morgen sind. Aus meiner Sicht gibt es nicht zu viele Filme die gefördert werden, wie manche klagen. Es gibt nur zu viele Filme die ins Kino gedrückt werden, auch wenn sie klar erkennbar nicht gut gelungen sind. In Amerika gehen Filme die keinen Erfolg versprechen direkt in die Zweitverwertung wie Pay TV, Free TV, VOD etc.. Deshalb haben wir sehr dafür gekämpft, dass dies auch in Deutschland möglich wird. Ein erster Erfolg ist, dass jetzt zumindest ein Film eines Produzenten einmal in 5 Jahren direkt in die Zweitverwertung gehen kann wenn er sein Ziel nicht erreicht.

Last but not least ist für den VDFP die Teilnahme der deutschen Produzenten am internationalen Markt ein sehr wichtiges Thema. Aktive und passive Koproduktionen sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor für die unabhängigen Produzenten, bei dem sie auch internationales know how sammeln. Obwohl Deutschland eine ausgezeichnete Förderlandschaft vorweisen kann, haben es englischsprachige, international angelegte Produktionen schwer, gefördert zu werden. Hier könnte eine Justage der Förderrichtlinien viel bewirken. Allein die Aufhebung des Verleihzwangs für ausländische Produktionen würde viele Produktionen nach Deutschland bringen und für zusätzliche Beschäftigung sorgen.

All diese Themen adressiert der Verband in den entsprechenden Gremien und gegenüber den Entscheidern in Politik, Förderanstalten und Verwaltung. Es ist uns gelungen, den VDFP wieder zu einer relevanten und gehörten Größe innerhalb der deutschen Filmbranche zu machen. Das Wachstum und der zunehmende Einfluss bedeutet aber auch, dass der Verband nicht mehr nur ehrenamtlich und im Wesentlichen von ihrem Vorstandsvorsitzenden geführt werden kann. Meine Aufgaben werden deshalb künftig auf mehrere und jüngere Schultern verteilt.

Ich selbst werde mich aus dem Vorstand zurückziehen und mich mit großer Freude und Kraft wieder auf meine produzentischen Aufgaben und Projekte konzentrieren. Es war eine Ehre dem Verband Deutscher Filmproduzenten so viele Jahre vorstehen zu dürfen und das Vertrauen der Mitglieder und Branchenkollegen gehabt zu haben.

Gleichwohl: ganz werde ich mich nicht von der Medienpolitik verabschieden. Dazu gibt es für mich zu viele interessante und spannenden Themen und liebgewordene und geschätzte Kollegen und Branchenvertreter mit denen sich etwas bewegen lässt.

Arno Ortmair

Der Text wird als Gastbeitrag in Blickpunkt:Film veröffentlicht.

 

Maren Ade in der Cannes Jury

Maren Ade, Komplizin des VDFP-Mitgliedsunternehmens Komplizen Film ist in die Jury des Cannes Film Festivals (17. - 28. Mai) berufen worden. Ihr Film Toni Erdmann lief im letzten Jahr im Wettbewerb von Cannes. Sie wird gemeinsam mit dem amerikanischen Sänger und Schauspieler Will Smith, dem Südkoreanischen Regisseur Park Chan-wook, der schon drei seiner Filme im Wettbewerb des Festivals präsentieren konnte, dem italienischen Meisterregisseur Paolo Sorrentino, der in seiner Karriere bereits fünf Mal für die Palme d’Or nominiert war, der amerikanischen, zweifach für den Oscar nominierten Schauspielerin Jessica Chastain, der Chinesische Schauspielerin Fan Bingbing, bekannt etwa aus Xiaogang Feng’s I Am Not Madame Bovary, der französischen Regisseurin, Autorin und Schauspielerin Agnès Jaoui, deren Comedy-Drama Look At Me 2004 im Wettbewerb vorgestellt wurde und den Preis für das Beste Drehbuch erhielt und mit dem französischen Komponisten Gabriel Yared, der die Musik zu The English PatientThe Talented Mr Ripley oder Cold Mountain beisteuerte die diesjährige Wettbewerbsjury unter Jury-Präsident Pedro Almodovar die begehrten Preise vergeben. Am 28. Mai findet im Festival-Palais die Verleihung der Goldenen Palmen statt, sowie der weiteren Preise des Hauptwettbewerbs. 

 

Komplizen wieder in Cannes

Nach der international gefeierten Weltpremiere von "Toni Erdmann" beim CANNES FILM FESTIVAL 2016 kehrt VDFP-Mitglied Komplizen Film mit Valeska Grisebachs (Buch und Regie) "Western" zurück nach Cannes. "Western" läuft bei der diesjährigen, 70. Ausgabe des Festivals (17.-28. Mai) in der Reihe UN CERTAIN REGARD.

"Western" ist eine Komplizen Film Koproduktion (Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Maren Ade) mit Chouchkov Brothers (Bulgarien), COOP99 (Österreich). KNM und ZDF - Das kleine Fernsehspiel, In Zusammenarbeit mit arte.

Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von deutschen Bauarbeitern, diesich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz macht. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern. Gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahe gelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes.
 

SPIO mit 10 Forderungen an die Politik

Passend zur baldigen Bundestagswahl hat die SPIO, der Berufsdachverband, der sich aus Bundesverbänden der Film-, Fernseh- und Videowirtschaft zusammensetzt und zu dem auch der VDFP gehört, ein Zehn-Punkte-Papier mit ihren wesentlichen politischen Forderungen an die Parteien kommuniziert.

Die SPIO fordert darin die konsequente Bekämpfung von Online-Piraterie und ein "Level-Playing-Field" für alle Anbieter audiovisueller Inhalte im Internet. Außerdem werden im Forderungskatalogkartell- und urheberechtliche Anliegen formuliert, aber auch die Filmförderung, die Verantwortung für das filmische Erbe und der Jugendschutz thematisiert. Als gesellschaftlich besonders wertvolles Angebot sieht die SPIO außerdem den Kultur- und Kommunikationsort Kino in der Fläche, weshalb sie sich für strukturpolitische Maßnahmen im ländlichen Raum stark macht.

Hier geht es zum Zehn-Punkte-Papier.

SPIO Präsident Alfred Holighaus (c)Spio/Tom Wagner

SPIO Präsident Alfred Holighaus (c)Spio/Tom Wagner

Henner Besuch für "Kundschafter des Friedens" für den Deutschen Kamerapreis nominiert

"Kundschafter des Friedens" ist eine Produktion des VDFP Mitglieds Kundschafter Film von Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Regisseur Robert Thalheim, der das Buch zum Film schrieb und selbst die Regie führte. Nun ist der Kameramann des Films, Henner Besuch, für die Kategorie "Kinospielfilm", die Königskategorie des Deutschen Kamerapreises, nominiert.

Aus mehr als 400 Filmen und Dokumentationen hat die Jury des Deutschen Kamerapreises um ihren Vorsitzenden Adolf Winkelmann 23 Nominierte, darunter drei für die Kategorie "Kinospielfilm" ausgewählt. Die Gala für die Preisträger der inzwischen 27. Auflage des Deutschen Kamerapreises findet am 24. Juni 2017 in Köln unter Federführung des Westdeutschen Rundfunks statt. Dann wird bekannt gegeben, welcher der Nominierten einen der begehrten Preise erhält.

Der VDFP gratuliert Henner Besuch und dem ganzen Team von "Kundschafter des Friedens" für die Nominierung.

14 Nominierungen zum Deutschen Filmpreis für Filme von Mitgliedern des VDFP

Die Deutsche Filmakademie hat die Nominierten für die diesjährige LOLA-Verleihung am 28. April in Berlin bekannt gegeben. Mit "Toni Erdmann" von Komplizenfilm und "Tschick" von Lagofilm gehen gleich zwei Mitglieds-Produktion ins Rennen um die Königsklasse "Bester Spielfilm".

Toni Erdmann

Toni Erdmann

Für ihre Leistung in "Toni Erdmann" sind darüber hinaus noch Maren Ade in den Kategorien "Bestes Drehbuch" und "Beste Regie", Sandra Hüller als "Beste weibliche Hauptrolle", Peter Simonischeckfür die "Beste männliche Hauptrolle" und Heike Parplies für den "Besten Schnitt" nominiert.

Tschick

Tschick

"Tschick" kommt noch auf Nominierungen für "Beste Kamera" - Rainer Klausmann, "Bester Schnitt" - Andrew Bird und "Beste Tongestaltung" - Lars Ginzel, Kai Lüde und Kai Tebbel.

Paula

Paula

Außerdem gehen für ihre Arbeit an "Paula" von der Pandora Filmproduktion Frank Lamm für die "Beste Kamera", Tim Pannen für das "Bestes Szenenbild", Frauke Firl für das "Beste Kostümbild" und Astrid Weber und Hannah Fischleder für das "Beste Maskenbild" ins Rennen um eine Lola.

Hier geht es zu allen Nominierten des Jahres 2017 für den Deutschen Filmpreis

Der VDFP gratuliert allen Nominierten!

Arno Ortmair wieder in das Präsidium der SPIO gewählt

Auf ihrer heutigen Mitgliederversammlung hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft ihren hauptamtlichen Präsidenten Alfred Holighaus im Amt bestätigt. Wiedergewählt wurde auch der Vize-Präsident, HDF-Vorstand Thomas Negele.

Dem neu gewählten SPIO-Präsidium gehören neben Präsident und Vize-Präsident aber auch Vertreter der Filmwirtschaft an. Dazu gehört erneut Arno Ortmair für den VDFP sowie Stephan Birkenholz (FDW - Werbung im Kino), Joachim A. Birr (BVV), CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock, Christian Sommer (VTFF), Peter Sundarp (VdF) und Alexander Thies (Produzentenallianz).

Marco Mehlitz, Lago Film, ist Arno Ortmairs Stellvertreter im Präsidium der SPIO.

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft. Als Dachverband von derzeit 18 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1100 Mitgliedsfirmen. Die SPIO äußert sich zu wichtigen, die gesamte Branche betreffende ökonomischen, rechtlichen und politischen Fragen. Sie nimmt Stellung zu Gesetzesvorhaben und vertritt ihre Position im öffentlichen sowie politischen Raum. Sie engagiert sich für den Schutz des geistigen Eigentums und des Urheberrechts und leistet einen wichtigen Beitrag zum Jugendmedienschutz.

(Bild: SPIO/Horst Martin)

(Bild: SPIO/Horst Martin)

Tschick auf DVD und Blue Ray erhältlich und für den EFA Young Audience Award nominiert

Fatih Akins "Tschick", eine Produktion von VDFP-Mitglied Marco Mehlitz (Lago Film), feiert am 9. März seinen DVD, Blue Ray und Digital-Start.

Außerdem ist "Tschick" einer von drei nominierten Filmen für den EFA Young Audience Award. Der Preis wird am 7. Mai von der European Film Academy und EFA Productions mit Unterstützung der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) vergeben.

Mit Claude Barras' "Mein Leben als Zucchini" und Alice Schmids "Das Mädchen vom Änziloch" konkurrieren insgesamt drei Filme um den Award. Dazu werden die Filme am 7. Mai in 36 europäischen Städten einem Publikum im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren gezeigt, das dann über seinen Lieblingsfilm abstimmt. Die Ergebnisse werden per Videoschaltung nach Erfurt übertragen, wo noch am selben Abend der Gewinner gekürt wird.

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"Der junge Karl Marx" bundesweit in den Kinos

Im Rahmen der Reihe Berlinale Sepecial feierte die Produktion der Berliner Rohfilm "Der junge Karl Marx" ihre Weltpremiere. Am 1. März steht der Kinostart im Verleih von Neue Visionen an. Hier geht es zur Kinosuche.

Der Film von Regisseur Raoul Peck spielt 1844, kurz vor der industriellen Revolution und erzählt die Geschichte des erst 26-jährigen Karl Marx (August Diehl), der mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil in Paris lebt. Eines Tages wird ihm der junge Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt, doch für den feinen Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers hat der andauernd bankrotte Familienvater Marx zunächst nur Verachtung übrig. Bald aber zeigt sich, dass die beiden mehr als nur denselben Humor gemeinsam haben. Engels hat kürzlich über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben und er liebt Mary Burns (Hannah Steele), eine Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Als Kampfgefährten mit gemeinsamem Ziel respektieren und inspirieren sie sich gegenseitig und zusammen mit Jenny verfassen sie Texte, die eine Revolution entfachen sollen…

"Der junge Karl Marx" ist eine Koproduktion von Rohfilm, Sammy Drechsel und Karsten Stöter mit AGAT Films & Cie (FR), Velvet Film (FR), Artemis Productions (BE).

(c): NEUE VISIONEN

(c): NEUE VISIONEN

"Toni Erdmann" in Kalifornien zum besten internationalen Film gekürt

Maren Ade ist bei den Independent Spirit Awards in Santa Monica für ihren Film "Toni Erdmann" geehrt worden. Die Komplizenfilm-Produktion gewann den renommierten Indie-Award für den besten internationalen Film. Maren Ade und ihre Komplizen nahmen den Preis in einem Festzelt am kalifornischen Strand persönlich entgegen.

Die Spirit Awards zeichnen unabhängige Filmproduktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben und werden immer einen Tag vor den Oscars verliehen.

Am Sonntag war "Toni Erdmann" noch für den Oscar "bester nicht-englischsprachiger Film" nominiert, den Preis erhielt allerdings "The Salesman" aus dem Iran.

 

Sol Bondy von One Two Films diskutiert Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Filmbranche

Die Branchenplattform Crew United präsentiert mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk am 9. Februar 2017 im Kesselhaus der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin) das Panel „Wie wollen wir Filme machen, wie wollen wir leben?“. Im Mittelpunkt der hochkarätig besetzen Gesprächsrunde mit Gästen aus Politik, Film und TV stehen Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Filmbranche.
VDFP-Mitglied Sol Bondy (One Two Films) vertritt auf dem Panel die Produzenten. Mit ihm diskutieren Lisa Marie Basten, Autorin und Wissenschaftlerin, Christine Berg, Stellvertretender Vorstand / Leiterin Förderung, Filmförderungsanstalt, Burkhard Blienert, Mitglied des Deutschen Bundestags, Filmpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa, Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Leiter der Hauptredaktion Spielfilm und Fernsehfilm ARTE und Prof. Dr. Ursula von Keitz, Institutsleitung Filmmuseum Potsdam, Professorin Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Die Veranstaltung wird auch per Livestream auf www.out-takes.de übertragen.

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"Volt" augenscheinlich im Kino

Heute startet die Augenschein Filmproduktion "Volt" im Kino. Tarek Ehlails Film erzählt in einer dystopischen Zukunftsvision vom Polizisten VOLT (Benno Fürmann), der bei einem Einsatz den Flüchtling Hesham tötet. Die Tat bleibt unbestraft, aber Volts Schuld treibt ihn in die Welt seines Opfers. Tagsüber als Polizist, nachts auf der anderen Seite, erlebt er, wie die Unruhen in Folge seiner Tat immer mehr eskalieren. Der Druck steigt, außen wie innen und Volt begreift, dass seine Tat nicht zu vergeben ist.

Produziert wurde der Film von Jonas Katzenstein, Maximilian Leo und Antoine Simkine. VOLT wird von Farbfilm verliehen.

"Die schönen Tage von Aranjuez" und "Kundschafter des Friedens" im Kino

Am 26. Januar starten gleich zwei Filme von Mitgliedern des VDFP bundesweit in den Kinos.

"Die schönen Tage von Aranjuez", Regie Wim Wenders,  Produktion Neue Road Movies, Wim Wenders und Gian-Piero Ringel.

Der Filmdienst zu "Die schönen Tage von Aranjuez": "Wim Wenders adaptiert Peter Handkes Zwei-Personen-Bühnenstück als einen eleganten Fluss aus Reden und Gegenreden, bei dem der Inhalt der Gespräche oft unwichtiger erscheint als der pure Akt des Sprechens. Dank der visuell betörenden Ausformung wird der Film zum Schöpfungsakt, bei dem man zusieht und zuhört, wie Gedanken Gestalt annehmen und Literatur sowie Film entstehen."

Außerdem startet "Robert Thalheims "Kundschafter des Friedens", Produktion: Kundschafter Filmproduktion, Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel, Robert Thalheim.

Dazu der Filmdienst: "Amüsante, sanft ironische Komödie, die ihren Humor aus dem Gefälle von Anspruch und Wirklichkeit der Senioren bezieht. Anspielungen auf Spionagefilme der 1960er- und 1970er-Jahre sowie spielfreudige Darsteller sorgen für angenehme Unterhaltung, die unterschwellig die gravierenden Veränderungen für die Ostdeutschen durch die Wiedervereinigung verhandelt."

 

 

 

Toni & Oscar

Maren Ades Vater-Tochter-Drama "Toni Erdmann" ist in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Dienstag in Los Angeles bekannt gab, geht die Produktion der Berliner Komplizenfilm als einer von 5 ausländischen Filmen ins Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt.  "Toni Erdmann" konkurriert mit "Tanna" (Australien), "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit"  (Dänemark), "The Salesman Clip " (Iran) und "Ein Mann namens Ove" (Schweden) um die Auszeichnung.

Am 26. Februar entscheidet sich im Dolby Theatre in Los Angeles, ob "Toni Erdmann" auch Oscar-Geschichte schreibt. Als letzter deutscher Film hat die Trophäe 2007 das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck gewonnen.

Der VDFP gratuliert Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach herzlich und drückt natürlich die Daumen!

Alle Nominierungen im Überblick

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Zwei Dokumentarfilme von VDFP-Produzenten für den Grimme Preis 2017 nominiert

Für den 53. Grimme Preis, der am 31. März in Marl vergeben wird, sind auch zwei Dokumentationen von VDFP-Produzenten nominiert. Sie nehmen am "Wettbewerb Information & Kultur" teil.

"Besessen" von Lichtblick Film in Koproduktion mit Kaynoona Films für ZDF/Arte erzählt von Aya, einem vierjährigen jordanischen Mädchen, dass von ihrem Vater getötet wurde, weil er sie für von einem Dschinn, ein Dämon, besessen hielt. Nachforschungen führen die Regisseurin Dalia Al Kury in eine obskure Parallelwelt der Traditionen und Riten. Verstörende und zugleich faszinierende Begegnungen mit Dschinn-Exorzisten und Besessenen enthüllen die Widersprüchlichkeiten ihrer Gesellschaft und zwingen die Regisseurin sich letztendlich auch ihren eigenen Ängsten und Dämonen zu stellen.

Und "Zwei Stimmen aus Korea" von Kundschafter Filmproduktion für ZDF/3Sat ist das bewegende Doppelporträt zweier junger koreanischer Frauen in ihrer geteilten Heimat: Die eine studiert Musik in Nordkorea, die andere Internationale Beziehungen in Südkorea.

Wir drücken Martin Heislers Lichtblick Film sowie der Kundschafter Filmproduktion um Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Robert Thalheim die Daumen.

"Besessen" (c) ZDF

"Besessen" (c) ZDF

"Zwei Stimmen aus Korea" (c) ZDF

"Zwei Stimmen aus Korea" (c) ZDF

Shootingstars der Berlinale und des VDFP: Louis Hofmann und Hannah Hoekstra

Louis Hofmann und Hannah Hoekstra gehören zu den jungen Schauspielern Europas, die wir uns merken sollten. Und zwar nicht nur, weil Hannah Hoekstra demnächst neben Josef Hader in einer Hauptrolle in der Kinoproduktion "Arthur & Claire" (AT) der Tivoli Film zu sehen sein wird. Oder weil Louis Hofmann in "Die MItte der Welt" der Neue Schönhauser Filmproduktion die Hauptrolle spielt. Sondern auch, weil sie zu den zehn europäischen Nachwuchsschauspielern gehören, die bei der Berlinale von 10. - 13. Februar von der European Film Promotion als Shooting Stars des Jahres präsentiert werden. Sie treten damit in die Fußstapfen von nationalen und internationalen Filmstars wie Jürgen Vogel, Nina Hoss, Daniel Craig oder Alicia Vikander.

Hannah Hoekstra

Hannah Hoekstra

Louis Hofmann

Louis Hofmann

Twenty Twenty Visions Ko-Produktion "Elle" bei den Golden Globes erfolgreich

Paul Verhoevens Psycho-Thriller "Elle", eine Ko-Produktion des VDFP Mitglieds Twenty Twenty Vision Filmproduktion, hat in der vergangenen Nacht gleich zwei der begehrten Golden Globe Awards gewonnen. Zum einen für den besten "fremdsprachigen Film",  zum anderen wurde die französische Schauspielerin Isabelle Huppert für ihre Leistung in der Hauptrolle der Michèle in der Kategorie "beste Schauspielerin" ausgezeichnet.

Ins Rennen um den Golden Globe für den "Besten fremdsprachigen Film" ging auch Maren Ades "Toni Erdmann" von Komplizenfilm.

"Elle" startet am 16. Februar in den deutschen Kinos.

Herzlichen Glückwunsch an Twenty Twenty Vision Filmproduktion!

Deutscher Filmpreis: Ein Viertel der für die Kategorie "Bester Spielfilm" ausgewählten Filme, sind Produktionen von Mitgliedern des VDFP

Die Vorauswahl zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2017 steht fest. Die Vorauswahlkommissionen Spielfilm hat aus allen Einreichungen 28 Filme ausgewählt, die nun ins Rennen um die LOLA für den "Besten Spielfim" gehen. Die mittlerweile über 1800 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie entscheiden bis zum 16. März über die Nominierungen.

Insgesamt sieben Filme von Mitgliedern des VDFP finden sich darunter:

God of Happiness

God of Happiness

GOD OF HAPPINESS
Produzent/in: Oliver Damian, Elaine Niessner, Tommy Niessner
Produktionsfirma: 27 Films Production, East End Film GmbH
Regie: Dito Tsintsadze Drehbuch:
Dito Tsintsadze

 

 

Kundschafter des Friedens

Kundschafter des Friedens

KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS
Produzent/in: Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel, Robert Thalheim
Produktionsfirma: Kundschafter Filmproduktion GmbH
Regie: Robert Thalheim
Drehbuch: Robert Thalheim, Oliver Ziegenbalg

 

Marija

Marija

MARIJA
Produzent/in: Christoph Friedel, Claudia Steffen
Produktionsfirma: Pandora Film Produktion GmbH, Little Shark Entertainment, Hugofilm
Regie: Michael Koch
Drehbuch: Michael Koch

 

Die Mitte der Welt

Die Mitte der Welt

DIE MITTE DER WELT
Produzent/in: Boris Schönfelder
Produktionsfirma: Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH
Regie: Jakob M. Erwa
Drehbuch: Jakob M. Erwa

 

Morris aus Amerika

Morris aus Amerika

 

MORRIS AUS AMERIKA
Produzent/in: Martin Heisler, Gabriele Simon
Produktionsfirma: Lichtblick Media GmbH
Regie: Chad Hartigan
Drehbuch: Chad Hartigan

 

 

Paula

Paula

PAULA
Produzent/in: Ingelore König, Christoph Friedel, Claudia Steffen
Produktionsfirma: Pandora Film Produktion, Grown-Up Films, Alcatraz Films (FR)
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Stefan Kolditz, Stephan Suschke

 

Toni Erdmann

Toni Erdmann

 

TONI ERDMANN
Produzent/in: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade
Produktionsfirma: Komplizen Film
Regie: Maren Ade
Drehbuch: Maren Ade Tschick

 

Tschick

Tschick

TSCHICK
Produzent/in: Marco Mehlitz
Produktionsfirma: Lago Film GmbH
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Lars Hubrich

Film Festival Rotterdam lädt Produktionen von zwei VdFP Mitgliedern ein

Zwei Produktionen von VdFP-Mitgliedern sind in die Sektion Bright Future des International Film Festival Rotterdam (25. Januar bis 5. Februar) eingeladen worden.

Zum einen feiert Jakob Preuss' Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam", produziert von Weydemann Bros., seine internationale Premiere bei dem Festival, zum anderen kann Ronny Trocker nach Teilnahmen bei den Festivals in Venedig, Zürich und Hamburg einen weiteren Festivalauftritt für "Die Einsiedler" verbuchen. "Die Einsiedler" ist eine Produktion der Zischlermann Filmproduktion von Susanne Mann und Paul Zischler.

Beide Filme laufen außerhalb des Wettbewerbs.

Die Einsiedler

Die Einsiedler

Als Paul über das Meer kam

Als Paul über das Meer kam