VDFP mit neuer Geschäftsführung

Bereits zum 1.6.2018 hat Helge Albers die Geschäftsführung des Verbandes deutscher Filmproduzenten übernommen. Er wird ab sofort in der neu eröffneten Geschäftsstelle des Verbandes in der Potsdamer Str. 96 in Berlin unter dem Dach des Wintergartens tätig sein, just an der Stelle wo 1895 das weltweit erste kommerzielle Filmtheater eröffnet wurde. Albers ist seit 1998 als Produzent von Kinofilmen tätig.

Zum Antritt sagte er: „Ich freue mich sehr auf die Herausforderungen dieser neuen Tätigkeit. Bisher war eine große Anzahl Kollegen in keinem Produzentenverband organisiert und hatte damit keine Stimme in filmpolitischen Fragen. Das schnelle und weiterhin kontinuierliche Wachstum unseres Verbandes zeigt die Notwendigkeit für diese Vertretung und gibt uns ein solides Mandat für die Wahrnehmung der Interessen unserer Mitglieder. Die zukünftigen Herausforderungen für die unabhängigen Produzenten sind immens. Als Beispiel sei die kürzlich durch den Rundfunkänderungsstaatsvertrag beschlossene Quasi-Enteignung der Onlinerechte durch die nicht honorierte langfristige Nutzung unserer Filme in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender genannt.“

Marco Mehlitz ergänzt für den VDFP Vorstand: "Es geht voran. Mit der Neuordnung unserer Strukturen haben wir als Vorstand mehr Möglichkeiten uns den Sachthemen zu widmen. Die nächste FFG Novelle wirft z.B. bereits ihre Schatten voraus. Da ist es gut einen Geschäftsführer zu haben, der den Verband "inside-out“ kennt und mit Leidenschaft bei der Sache ist."

VDFP erarbeitet Leitlinien auf dem Herbsttreffen des Verbandes in Köln

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Thesenpapier 05.12.17

1. Produzieren in der digitalen Welt

Der VDFP als die einzige bundesweite Repräsentanz unabhängiger Produzenten sieht den digitalen Wandel als Herausforderung und Chance zugleich. Ob digital oder analog: Gute Inhalte werden sich auch weiterhin bewähren und gesucht werden. Das Berufsbild und die Rolle des unabhängigen Produzenten sind also keineswegs in Gefahr. Im Gegenteil: Sie wird in einer zunehmend komplexeren Finanzierungs- und Auswertungswelt durch ihre kuratorische Funktion an Bedeutung gewinnen. Gemeinsam mit den Urhebern steht der Produzent ganz am Anfang des kreativen und wirtschaftlichen Prozesses des Filmemachens.

In einer Welt, in der die bewährten Finanzierungstrukturen Abnutzungserscheinungen aufweisen, jedoch nach wie vor die Arbeitsrealität der produzentischen Tätigkeit bestimmen und gleichzeitig neue Modelle und Player vielseitige Möglichkeiten bieten, ist die Stärkung der Position der unabhängigen Produzenten eine essenzielle Notwendigkeit, um Innovation, Qualität und Vielfalt der deutschen und europäischen Filmlandschaft zu garantieren. Angesichts der zunehmenden Marktmacht einiger weniger Player ist es neben der Wahrung und Verbesserung der Interessen der unabhängigen Produzenten auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit, eine vielfältige Filmlandschaft zu erhalten und pflegen. Die unabhängigen Produzenten sind dafür unverzichtbar.

Unser Ziel ist es daher, mit fairen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gemeinsam mit Autoren und Filmemachern die Filme und Serien zu entwickeln und zu produzieren, die Zuschauer begeistern und diese über etablierte wie neue Vertriebswege zugänglich zu machen. Hierfür brauchen wir angemessene Verwertungsfenster, einen klaren Platz für Kino und den Nachwuchs sowie Quoten für nationale und europäische Produktionen - nicht nur für traditionelle Verwerter, sondern auch für die neuen Anbieter. Eine flexible und gerechte Verteilung von Risiken auf Augenhöhe zwischen Kreativen, Produzenten und Verwertern, von Auftragsvolumina und von Gebührenaufkommen sowie von Fördermitteln für verwerterunabhängige Produzenten ist dafür die Voraussetzung. Als Initiator und gesamtwirtschaftlicher Hauptrisikoträger darf der unabhängige Produzent nicht der letzte sein, dem in der Verwertungskette Erlöse zufließen.

Als unabhängige Produzenten leben und unterstützen wir die europäische Integration schon seit Jahrzehnten durch gewachsene Koproduktionsbeziehungen. Sie sind Grundlage und Ursprung unserer kulturellen Vielfalt in Europa. Diese zu erhalten und weiter voran zu treiben ist unser Ziel. Harmonisierungsbestrebungen dürfen nicht dazu führen, die Finanzierung von Produktionen in Europa außerhalb großer Produktions- und Verwertungsgruppen wesentlich zu erschweren und das unabhängige Produzieren und länderspezifische Verwerten wirtschaftlich unmöglich zu machen. Das Territorialitätsprinzip ist und bleibt daher ein zentraler Bestandteil zukünftiger Finanzierungsmodelle jedweder Prägung.

 

2. Förder- und Finanzierungssystem

Das Grundprinzip von Filmförderung sollte der Risikoausgleich sein. Selbst in einem vergleichsweise potenten Kinomarkt wie dem Deutschen gibt es ein extrem hohes Finanzierungsrisiko. Daher ist und bleibt die Filmförderung ein zentraler Baustein der deutschen Filmfinanzierung, sofern es gewünscht ist, dass der Kinomarkt ein breites filmisches Spektrum abbildet und dem Publikum vielfältige Angebote macht. Dieses Risiko besteht insbesondere für Originalstoffe, bei denen sich mit jedem Release der Markt letztlich erst am Startdonnerstag positioniert. Etwas anders stellt sich die Lage bei Sequels dar. Hier hat der Markt bereits reagiert und eine Erfolgsabschätzung ist deutlich einfacher.

Der mit Abstand riskanteste Abschnitt des Produktionszyklus ist die Entwicklung. Der VDFP setzt sich dafür ein, die Finanzierungsbasis der Drehbuch- und Projektentwicklung deutlich zu verbessern. Der Produzent steht stets am Anfang dieses langwierigen Prozesses und begleitet Autoren und Regisseure in dieser Phase sehr eng. Die damit verbundene kreative Wertschöpfung und das finanzielle Risiko des Produzenten müssen deutlich stärker honoriert werden als bisher üblich. Hier ist ein Paradigmenwechsel notwendig, um dem Kinomarkt besser entwickelte Projekte anbieten zu können und den Produzenten zu ermöglichen, sich auf diese Entwicklungsprozesse konzentrieren zu können und ggf auch Entwicklungen abbrechen zu können. Daher halten wir es für sinnvoll,  gerade im Development den Eigenanteil des Produzenten zu streichen. Die Etats für Drehbuch- und Projektentwicklung müssen spürbar erhöht werden. Der VDFP setzt sich weiterhin dafür ein, rückgezahlte Fördergelder von Sequels mit mehr als 1 Mio Zuschauer ausschließlich den Töpfen der Drehbuch- und Projektentwicklungsförderung zuzuschlagen.

Gerade im Hinblick auf die Developmentförderung muss der Erfolgsbegriff anders definiert werden. Der Abbruch eines Developmentprozesses muss als branchenüblicher Vorgang bewertet werden und darf nicht als Scheitern verstanden werden. Nur dann werden die besten Filme zur Herstellung gebracht.

FFA und BKM sind nach eigenem Selbstverständnis die „Leuchttürme“ der Kinofilmförderung in Deutschland. Es ist wichtig, dass diese Förderungen am Anfang einer Finanzierung stehen. In Zeiten, in denen die öffentlich-rechtlichen Sender immer weniger Budgets für immer weniger Kinofilme zur Verfügung stellen, müssen wir das gängige System, dass die Sender die ersten Entscheider für einen Kinofilm sind, in Frage stellen. Die Finanzierungsbasis der FFA muss weiterhin gestärkt werden, es ist notwendig, dass auch die VoD Plattformen in die FFA einzahlen. Der Portfoliogedanke in der Förderpraxis der FFA muss beibehalten werden. Wir möchten das BKM  auffordern, sich intensiver in die Förderlandschaft einzubringen und werben um einen stärkeren Austausch und eine größere Harmonisierung mit den Regionalförderungen und der FFA.

Die starke Regionalisierung ist eine Besonderheit des deutschen Fördersystems. Oft widerstreben dabei die Partikularinteressen der Länder den überregionalen Interessen eines nationalen Filmmarktes. Konsistente und schnelle Finanzierungsmodelle werden somit erschwert und vermeidbare Kosten ausgelöst. Der VDFP setzt sich daher für eine deutlich stärkere Harmonisierung der Richtlinien der regionalen Filmförderungen ein und drängt darauf, Synergieeffekte innerhalb des Fördersystems wesentlich stärker als bisher zu nutzen. Regionale Fördermittel sind ein existenzieller Baustein deutscher Filmfinanzierungen. Gerade deshalb ist die Chancengleichheit beim Zugang zu Fördermitteln ein hohes Gut. Wir setzen uns grundsätzlich für eine zeitliche Begrenzung von Geschäftsführer- und Intendantenpositionen sowie Gremienbesetzungen ein. Wir möchten weiterhin anregen, die Gremien der regionalen Filmförderungen deutlich zu verschlanken und mindestens die Hälfte der Gremien mit unabhängigen Vertretern zu besetzen. Die Praxis der Koppelung von Förderentscheidungen an die Beteiligung von TV Sendern halten wir für kontraproduktiv.

Als ehemaliger Vorreiter bei der Einführung eines Tax Credits DFFF, ist Deutschland im internationalen Vergleich mittlerweile ins Hintertreffen geraten. Es ist dringend notwendig, dass die prozentuale Zuschusshöhe des DFFF wieder international wettbewerbsfähig gestaltet wird und auch auf die Entwicklungskosten anwendbar ist. Bei zukünftigen Überarbeitungen des DFFF sollte gewährleistet werden, dass internationale Ko-Produktionen möglich bleiben und Kompatibilität mit anderen Europäischen automatischen Anreizsystemen besteht.

 

3. Der Produzent als Unternehmer

Im europäischen Vergleich ist der prozentuale Anteil an Handlungskosten und Producers Fee der Herstellungskosten in Deutschland schlechter als in den meisten anderen Ländern. Daran muss sich etwas ändern, wenn in der deutschen Filmlandschaft zukunftssicher produziert werden soll.

In der Produktion müssen die Vergütungen des Produzenten angepasst werden und international vergleichbar sein. Die Producer’s Fee und die Handlungskosten müssen angemessen sein. Pauschale Kappungsgrenzen ergeben keinen logischen Sinn.

In der Zusammenarbeit mit den Verwertern muss ein Verhältnis auf Augenhöhe etabliert werden. Wir regen daher an, das Projektbudget in der Gesamtheit mit den Herausbringungskosten zu betrachten (Integriertes Budget) und die anteilige Investition in das Budget in den Rückfluss und die Aufteilung der Gewinne einfließen zu lassen. So sollte z.B. die Rückführung von Fördermitteln in der Produktion und im Verleih pari passu stattfinden. Eine Korridorregelung ist unbedingt notwendig.

Sublizensierung einzelner Vertriebsarten oder Territorien darf sich nicht zum Nachteil der Produzenten auswirken. Das Hauptziel sollte Transparenz sein. Vergleichbare Kalkulationsschemata sollen, wie in der Produktion, auch in der Verwertung und Erlösberechnung verpflichtend Anwendung finden. Ein öffentliches Daten- oder Vertragsregister nach französischem Vorbild könnte hierbei einen entscheidenden Vorteil bringen.

 

4. Wie viele Filme verträgt das Kino?

Die in der Vergangenheit stetig gestiegene Anzahl von Kinostarts wird seitens des VDFP kritisch betrachtet, jedoch wird die Diskussion darüber zu stark über quantitative Kenngrößen geführt. Der VDFP steht für eine vielfältige, breit aufgestellte Kinofilmlandschaft. Es ist aus unserer Sicht wichtig, einen qualitativen Diskurs anzustoßen. Originalität, kreative Risikofreude, Konzepte die „punchy“ und „besonders“ sind, sind langfristig das Lebenselixier des Kinos. Strukturen zu schaffen, die das Neue nicht nur zulassen, sondern aktiv suchen; „Production Value“ und Schauwert nicht als Widerspruch zu Experimentierfreude verstehen, sind eine wichtige Basis für die Wahrnehmbarkeit von Kinofilmen für die Zuschauer. Wenn der quantitative Zustand zu vieler Filme in den deutschen Kinos ein Wahrnehmbarkeitsproblem schafft, so ist dies ganz wesentlich über Filme zu lösen, die so ungewöhnlich und auffällig sind und gleichzeitig professionell produziert werden, dass sie aus der Masse herausragen. Um dies zu erreichen, sind für die Produzenten Partner wichtig, die Mut zum Risiko haben und sich früh, klar und schnell zu Projekten bekennen.

 

5. Kinofilm im TV

Wir möchten die öffentlich-rechtlichen Sender ermutigen, sich wieder vermehrt als Partner von qualitativ hochwertigen Kinofilmen (dies gilt für Fiktion ebenso wie für Dokumentarfilm) zu engagieren. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die Produzenten, die gesamte Branche würde von einer starken Marke „Deutscher Kinofilm“ profitieren. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland läuft Gefahr seinen Kultur- und Bildungsauftrag zu vernachlässigen. Der Kinofilm gehört zur deutschen Kultur und daher treten wir für die Schaffung eines wöchentlichen Primetime Sendeplatzes für aktuelle deutsche Kinospielfilme und jeweils einen wöchentlichen Sendeplatz in der 2. Primetime von ARD und ZDF für abendfüllende deutsche Dokumentarfilme ein. Die finanzielle Ausstattung dieser Sendeplätze sollte so ausfallen, dass mindestens 30% der Herstellungskosten der jeweiligen Produktionen durch die TV Beteiligung gedeckt werden.

 

6. Terms of Trade für Auftragsproduktion

·       Auftragsvergabe: Sender-Tochterfirmen besitzen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den unabhängigen Produzenten, da sie bei der Auftragsvergabe von reservierten Programmvolumen profitieren. Paradoxerweise ist es damit gerade für große Firmen einfacher und weniger zeitaufwändig, an Aufträge zu kommen. Wir verlangen die Gleichstellung von abhängigen und unabhängigen Produzenten bei der Auftragsvergabe, Transparenz und Produzentenberichte, die die Vergabe an abhängigen Produzenten offenlegen (siehe detaillierten MDR-Bericht). Insbesondere das ZDF-Transportal kann in diesem Punkt den selbstgesetzten Ansprüchen nicht gerecht werden.

·       Budgetsituation: Seit Jahren sind die Budgets für Fernsehfilme und -serien eingefroren. Während die Tariflöhne kontinuierlich steigen (für 2018 werden abermals 3% erwartet), gibt es für Auftragsproduktionen nicht einmal den längst überfälligen Inflationsausgleich. Die bei der ARD gemäß Eckpunktepapier 2.0 zu kalkulierenden Zusatzkosten sind ein erster positiver Schritt. Ob Produzenten mit dem 2017 von der ARD eingeführte Schichtenmodel den eigenen Finanzierungsanteil überhaupt recoupen können, muss noch evaluiert werden.

  • Developmentkosten: Derzeit kann Produzent bei den Sendern nur auf 50% der Autorenrechte und der Regiegage HUs und Gewinn kalkulieren, nicht auf das Buy-Out. Um den Produzent in der aufwändigen Entwicklungsarbeit zu stärken, muss es möglich sein, auf die kompletten Entwicklungskosten HUs und Gewinn zu kalkulieren. Bei Projektabbruch sind auf die geleisteten Entwicklungskosten HU und Gewinn zu zahlen. Das Development ist das Zentrum des Films und bedarf einer entsprechenden Vergütung und Anerkennung.
  • Kalkulationsrealismus: In der Kalkulation müssen die Heads of department mit Realgagen kalkuliert werden.
  • Die Kosten für die Bankbürgschaften sind bei Auftragsproduktionen nach Sendebandabgabe zurückzuerstatten (siehe ARD). Das ZDF-Modell (keine Rückzahlung, Bankbürgschaft entfällt erst nach fünf beanstandungslosen Produktionen und auch dann nur mit einer ‚Deckelung‘) benachteiligt kleinere und unabhängige Produzenten. Begrüßenswert ist das flexible ‚Producers Financing Program‘ von SAT.1.
  • Fairness in der Stoffentwicklung: Die Sender reagieren spät auf Angebote und halten den Produzenten oftmals lange Zeit unverbindlich hin. Als „Partner auf Augenhöhe“ sollten Sender auf exklusive Projektangebote innerhalb von 6-8 Wochen reagieren. Nach dieser Frist steht es dem Produzenten frei, das Projekt anderswo anzubieten. Im Falle eines GOs für einen Entwicklungsauftrag, sollten Stoffentwicklungsverträge dem Produzent innerhalb von vier Wochen zugestellt werden.
  • Pitchingkosten: Bei Einladungen zu einem Pitch,  sollte die Anzahl der um den Auftrag konkurrierenden Firmen offen gelegt werden. Bei einem aufwändigeren Pitch sollten die Entwicklungskosten (ab Exposé/Treatment) vom Sender übernommen werden.

 

 

Helge Albers, Christian Balz, Christoph Friedel, Janine Jackowski, Philipp Kreuzer, Susa Kusche, Marco Mehlitz, Gian-Piero Ringel und Karsten Stöter.

Verband Deutscher Filmproduzenten e.V.

Häberlstr. 5, 80337 München

089- 22845045

mail@filmproduzentenverband.de

Marco Mehlitz ins Präsidium der SPIO gewählt!

Die Mitgliedsverbände der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 30. November Marco Mehlitz vom Verband der Deutschen Filmproduzenten e.V. (VDFP) als neues Mitglied ins Präsidium gewählt. Mehlitz, Vorstandsmitglied des VDFP und Geschäftsführer von Lago Film, produzierte zuletzt Fatih Akins „Tschick“ und freut sich auf die neuen Aufgaben: „In der SPIO sind alle entscheidenden Verbände der deutschen Filmwirtschaft vereinigt. Hier können wir im geschützten Raum Ideen und Vorschläge diskutieren, Problemlösungen erarbeiten und richtungsweisende Impulse geben, die von der ganzen Branche getragen werden können. Als Vertreter des Verbandes der Filmproduzenten freue ich mich auf einen intensiven Austausch und auf die Aufgaben, die anstehen oder entstehen werden, um die Filmproduktion und -verwertung in Deutschland zukunftssicher und partnerschaftlich im Interesse aller zu gestalten.“ 

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"Of Fathers and Sons" von Basis Berlin eingeladen in die World Cinema Competition des Sundance Film Festival 2018

Der Dokumentarfilm Of Fathers and Sons des renommierten syrischen Filmemachers Talal Derki wird seine Nordamerika-Premiere im Rahmen der World Cinema Documentary Competition beim Sundance Film Festival 2018 feiern. 

Für Of Fathers and Sons kehrte Talal Derki in seine Heimat Syrien zurück, wo er das Vertrauen einer radikal-islamistischen Familie gewann und ihren Alltag über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahre begleitete. Seine Kamera konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die Kinder und liefert einen einzigartigen Einblick in eine Kindheit mit einem Vater, dessen größter Traum die Errichtung eines islamischen Kalifats ist. 

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One Two Films Produktion THE TALE von Jennifer Fox im US-Wettbewerb des Sundance Film Festival

„The Tale“ beruht auf den Tagebuch-Einträgen der 13-jährigen Jennifer Fox, die als erwachsene Frau und mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin selbst das Drehbuch schrieb und auch die Regie führte. Laura Dern spielt „Jennifer Fox“, eine erfolgreiche Journalistin und Professorin, die, nachdem ihre Mutter (Ellen Burstyn) sie mit ihrem alten Tagebuch konfrontiert, sich auf eine investigative Reise in die eigene Vergangenheit begibt. 

THE TALE ist eine Produktion der US Firmen A Luminous Mind Production, Blackbird Films und Untitled Entertainment sowie der deutschen One Two Films. Gamechanger Films ist der Haupt-Investor auf US-Seite, die deutsche Finanzierung kommt von ZDF/ARTE (Redaktion: Doris Hepp /ARTE und Lucas Schmidt /ZDF) sowie dem Medienboard Berlin-Brandenburg.

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VDFP Vorstand Janine Jackowski auf Panel im Europäischen Parlament

Am 08.11.2017 war Janine Jackowski auf einem Panel im Europäischen Parlament in Brüssel und nahm zur Erhaltung des Territorialitätsprinzips angesichts der drohenden Sat/Cab Verordnung Stellung. Hier ein Auszug Ihres Beitrags:

"European co-productions are definitely a success model. Almost all films that are nominated for the European film award or the Lux film prize, that play in the competition in Cannes, Berlin and Venice are international co-productions. We depend on the financial contribution and the knowledge of our co-producers to finance and distribute our films in the EU. We profit on every level from the knowledge and sensibility of our local coproducers and their network. 

Unfortunately, the basic principle of such collaborations is seriously jeopardised at the moment. Here is why:  I have to guarantee my French or Bulgarian partner an exclusive (!) exploitation of our film in his (or her) territory, otherwise he won't be able to get any financial contribution to the film. This of corse also applies to the online rights, since online exploitation becomes more and more important. My European colleagues and I (in fact the whole audio-visual sector) are constantly warning political decision makers, not to devalue those rights and foster a market distortion. It is crucial that we keep the principal of territoriality. Instead, we hope you will strengthen independent European filmmakers for the sake of diverse cinematographic European content."

 

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"Der Mann aus dem Eis" von Port au Prince auf Europas größter Leinwand!

Felix Randaus Film "Der Mann aus dem Eis" feiert seine Weltpremiere am 08. August auf der Piazza Grande in Locarno. Der Film erzählt die fiktive Geschichte der letzten Tage von Ötzi und welche Ereignisse zu seinem Tod vor 5300 Jahren geführt haben könnten. Es ist der erste Spielfilm über den ältesten ungeklärten Mordfall der Menschheitsgeschichte: das Schicksal des Ötzi, der das Tisenjoch im Südtiroler Schnalstal überquerte, dort ermordet und im Eis konserviert wurde. 

Port au Prince bringt den Film am 30. November in die deutschen Kinos.

"Freiheit" von One Two Films im Wettbewerb von Locarno

Jan Speckenbachs "Freiheit" feiert im Wettbewerb Concorso Internationale seine Weltpremiere. Der zweite Langfilm des Regisseur stellt die Frage, ob man sein Leben löschen und noch einmal komplett jemand anders werden kann. Was ist Freiheit? Nora (Johanna Wokalek) verlässt ihren Ehemann Philipp und die zwei Kinder ohne ein Wort der Erklärung. Eine Kraft treibt sie an, der sie sich nicht entziehen kann.

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"Als Paul über das Meer kam" gewinnt Golden Goblet Award für Besten Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam" von Jakob Preuss hat beim Shanghai International Film Festival den Golden Goblet Award für den besten Dokumentarfilm gewonnen. Der von Weydemann Bros produzierte Film entstand in Co-Produktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und wurde von der Film- und Medienstiftung NRW sowie der Nordmedia unterstützt.  Farbfilm startet den Film am 31.08. in den deutschen Kinos.

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Vielfältigkeit ist der Garant für Spitzenproduktionen

Stellungnahme des VDF zur Leitliniendiskussion der FFA

Die FFA steht bereits wie keine andere Förderung für eine Spitzenförderung, insbesondere für den wirtschaftlichen Film und für künstlerisch herausragende Filme. Die FFA regt neue Leitlinien der FFA an, um sich nach der Stärkung der kulturellen Förderung durch das BKM neu zu positionieren. Im Raum steht u.a. der Vorschlag in Zukunft nur noch Projekte zu fördern, die ein Mindestbudget in Höhe von 2,5 Mio Euro aufweisen und denen das Potential attestiert wird, mindestens 250.000 Zuschauer zu erreichen. Die Zahlen belegen jedoch, dass dies nur sehr wenige Filme ausschließen würde, so waren es 2015 und 2016 3 Filme, bzw. 6 Filme. Es ist also nicht so, dass durch Ansetzung dieser Budgetgrenze die Finanzen der FFA eine deutliche Entlastung erfahren würde. Gleichzeitig bedeuten höhere Produktionsbudgets nicht automatisch höhere Besucherzahlen. 

Anstatt als einziges Erfolgskriterium die Zuschauerzahlen in Deutschland zu betrachten, möchten wir vielmehr das Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Projekte lenken. Ein Film mit einem vergleichsweise kleinen Budget kann auch mit weniger Zuschauern wirtschaftlich erfolgreich sein (Beispiel VOR DER MORGENRÖTE), während ein Film mit einem zweistelligen Budget in den meisten Fällen nicht wirtschaftlich ist, weder für den Verleih und erst recht nicht für den Produzenten. Die Kinotauglichkeit kann man nicht an der Höhe des Budgets festmachen, sondern muss weiterhin von Fall zu Fall beurteilt werden. Dafür haben wir hoch spezialisierte Gremiumsmitglieder, denen unser Vertrauen gelten sollte.

Es gibt zahlreiche Filme mit kleinerem Budget, die hochwirtschaftlich sind (Beispiel A FANTASTIC WOMAN von Sebastian Lelio, Budget 1,7 Mio Euro, von der FFA gefördert mit 120.000 Euro, nach der Premiere auf der Berlinale Auslandsverkäufe in Höhe von 1,2 Mio Euro, Deutschlandstart in diesem Herbst via Piffl) - warum sollte man diese ausschließen? Ebenso Filme wie VICTORIA oder OH BOY. Analog gilt dies für die in den Leitlinien vorgesehene Erwartung von Mindestzuschauern.

Wir sollten vielmehr daran arbeiten, die terms of trade so verändern, dass unabhängige Produzenten wieder in die Lage versetzt werden, die Förderungen zurückzuzahlen.

Der hohen Anzahl von deutschen Kinofilmen kann man entschlossener entgegentreten, wenn man zum einen die zwingende Herausbringungspflicht für geförderte Filme abschafft und sich anderen Verwertungsmöglichkeiten öffnet als ausschließlich dem Kinostart. Zum anderen sollten die unabhängigen Produzenten in die Lage versetzt, in einem größeren Umfang als bisher an der Produktion und zusätzlich bereits an der Entwicklung von Kinoproduktionen zu verdienen. Die deutschen Produzenten sind im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen gezwungen, durch Deckelung des Produzentenhonorars und erforderlicher Eigenmittelinvestition mehr Filme zu produzieren, um dieselbe Summe zu erwirtschaften.

Es gehört zur Natur der Kinoproduktion, dass über eine Verleihstrategie erst nach Fertigstellung der Produktion abschließend befunden werden kann. Und an dieser Stelle benötigt die Branche mehr Spielraum. Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, alle produzierten Filme zu einem Kinostart zu verpflichten, wenn Verleih und Produzent der Meinung sind, dass ein Film nicht zuerst im Kino oder nicht nach den trotz der im FFG vorgesehenen Ausnahmen im Regelfall strengen Sperrfirsten ausgewertet werden sollte - und zwar für niemanden, nicht für die Kinos, nicht für die Verleiher, nicht für die Produzenten und letztlich auch nicht für die Zuschauer.

Das Ziel der Förderung sollte der „qualitative, künstlerisch anspruchsvolle, gute Film“ sein. Wenn er dann auch noch sein Publikum im In- und Ausland findet – großartig. Aber wir wissen alle, daß das Finden eines Publikums von sehr vielen Kriterien abhängt. Von der Werbekampagne, vom Umfang der P&A-Kosten, Zeitpunkt und Zeitgeist der Herausbringung, Wetter, usw. - und natürlich vom Film selbst. Also auch von Kriterien, die zum Zeitpunkt der Förderentscheidung von niemanden ernsthaft in ihrer Gänze berücksichtigt werden können.

Es gibt Genres, die als Publikumsgarant antreten. Da ist nicht zuletzt die romantische Komödie oder Family-Entertainmentfilm, nach Möglichkeit mit Starbesetzung, die die Kinos immer wieder mal zu füllen vermag. Aber es ist ein Irrglaube, dass noch mehr dieser Produktionen allein das Problem der deutschen Kinolandschaft lösen könnten. Gerade die Vielfältigkeit der Produktionen ermöglicht die Ausbildung von besonderen Ergebnissen.

Innovation ist nur mit Risiko zu erreichen. Wenn wir uns nicht in absehbarer Zeit mit einer Verarmung der inhaltlichen Kinoproduktion konfrontiert sehen wollen, dann müssen wir die Wirtschaftlichkeit mit neuen Parametern abgleichen.

In der Tat sind 250 Kinostarts von deutschen Filmen, die um die Zuschauergunst buhlen müssen, eine horrend hohe Zahl – aber nur die Vielfalt kann die Stars an die Spitze tragen, welche die deutsche Filmlandschaft wieder international und national zu Erfolg führen kann. Wenn uns aber eine innovative, zukunftsfeste Branche am Herzen liegt, dann müssen wir Experimente unterstützen, und diese mit den entsprechenden Budgets ausstatten. Das kulturelle Element darf förderpolitisch nicht faktisch verschwinden und dies nicht nur aus europarechtlichen Gründen.

Deshalb setzt sich der VDFP für Vielfalt und Wirtschaftlichkeit ein.

Gesamtvorstand: v.l.n.r. Philipp Kreuzer, Gian-Piero Ringel, Janine Jackowski, Karsten Stöter, Susa Kusche, Christian Balz, Marco Mehlitz, ,

Nominierungen für `Förderpreis Neues Deutsches Kino` beim Filmfest München

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino ist mit insgesamt 70.000 Euro einer der höchstdotiertesten Nachwuchspreise in Deutschland. Ausgezeichnet werden die besten Leistungen in der Reihe Neues Deutsches Kino in den Kategorien `Beste Regie`, Bestes Drehbuch`, `Beste Produktion`und die `Beste schauspielerische Leistung` auf dem FILMEST MÜNCHEN.

Drei Filme mit Preischancen stammen oder entstanden mit Beteiligung von Mitgliedern des VDFP:

"Lomo - The Language of many Others", eine Produktion der Basis Berlin Filmproduktion, ist nominiert in den Bereichen Regie - Julia Langhof -,`Produktion - Eva Kemme -, `Drehbuch` - Thomas Gerhold - und `Schauspiel`- Jonas Dassler und Eva Nürnberg.

"Lucky Loser", eine Produktion der Neue Schönhauser Filmproduktion von Boris Schönfelder nimmt in den Bereichen `Regie` und `Drehbuch - Nico Sommer - und `Schauspiel` - Emma Bading und Elvis Clausen teil.

"Die Vierhändige", ein Film, an der VDFP-Mitglied Niama Film als Korpduzent beteiligt ist, ist ebenfalls für `Regie` und `Drehbuch` - Oliver Kienle -, Produktion` - Markus Reinecke - und `Schauspiel`- Frida-Lovisa Hamann - nominiert.

Die Preisverleihung findet am Freitag, 30. Juni um 20 Uhr in der Hochschule für Fernsehen und Film München statt.

 Lomo - The Language of many Others

Lomo - The Language of many Others

 Lucky Loser

Lucky Loser

 Die Vierhändige

Die Vierhändige

VDFP-Mitglied Filmbase Berlin im Wettbewerb von Karlovy Vary

Für die 52ste Ausgabe des Karlovy Vary International Film Festival (30. Juni - 8. Juli) wurde das offizielle Programm für den Wettbewerb und die Nebenreihen verkündet. Im Wettbewerb feiert die isreaelisch-deutsche Koproduktion "The Cakemaker (Cukrář)" von Ofir Raul Graizer Weltpremiere.
Deutscher Koproduktionspartner ist Mathias Schwerbrocks Filmbase Berlin.

Zum Inhalt: Nach dem Tod seines Liebhaber zieht es Thomas nach Israel - dem Geburtsort des Mannes, den er liebte. Trotz einiger Widerstände aufgrund seiner Herkunft wird Thomas Bäcker in einem Café, die von der Witwe des verstorbenene Oran geführt wird. Sie hat keine Ahnung, dass sich die unausgesprochene Trauer, die sie mit dem Fremden verbindet, für die gleiche Person gilt.

 

 (c) Film Boutique

(c) Film Boutique

Richard der Stroch fliegt von Cannes nach Amerika, GB, Frankreich und China

Der Animationsfilm "Überflieger - kleine Vögel, großes Geklapper" ist ausverkauft! Der Film über den Spatzen Richard, der meint, ein Storch zu sein, wird mit Kinostart 30. Juni auch in den USA zu sehen sein. Grindstone Entertainment erwarb beim Filmmarkt in Cannes die Nordamerika-Rechte. Zuvor hatte der Weltvertrieb Global Screen bereits Verkäufe nach Großbritannien, Frankreich, Italien und China vermeldet und sei, was diesen Film angeht, weltweit ausverkauft.

"Überflieger - kleine Vögel, großes Geklapper" ist eine Produktion des VDFP Mitglieds Knudsen & Streuber Medienmanufaktur und läuft seit dem 11. Mai bundesweit im Verleih von Wild Bunch in den Kinos.

 (c)WildBunch

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augenscheins Los Perros lief in Cannes

In der Semaine de la Critique, der höchst angesehenen Nebenreihe des Filmfestivals in Cannes, lief vor einem begeisterten Publikum das gemeinsam von VDFP-Mitglied augenschein Filmproduktion und Cinema Defacto, Jirafa Films produzierte Chilenische Drama "Los Perros". Hollywood Reporter hat sich den Film genau angeschaut. Hier gehts zur Kritik

 

 

 

Valeska Grisebachs "Western" in Cannes bejubelt

Valeska Grisebach ist eine starke Premiere beim Filmfest Cannes gelungen. Sie stellte gemeinsam mit ihren Cannes-erfahrenen Produzenten Janine Jackowski und Jonas Dornbach von Komplizen Film am Donnerstag ihren Beitrag «Western» in der renommierten Nebenreihe «Un Certain Regard» vor.

Der Film erzählt von einer Gruppe deutscher Bauarbeiter, die sich auf den Weg zu einer Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz macht. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern. Gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahe gelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes.

Für Valeska Grisebach ist es der erste Film in Cannes. Für Komplizen Film nach Maren Ades "Toni Erdmann" der zweite in Folge. Das hat auch der Hollywood Reporter bemerkt.

VDFP runderneuert

Die Erneuerung des VDFP ist abgeschlossen. Nachdem im Jahr 2015 eine große Zahl an jüngeren, erfolgreichen und ambitionierten Filmproduzenten im VDFP ein neues Zuhause gefunden haben, ist auf der gerade abgeschlossenen Mitgliederversammlung in München auch die strukturelle Erneuerung umgesetzt worden. Wir bereits vor zwei Wochen verlautbart wurde, ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende nicht mehr zur Wahl angetreten. Stattdessen ist eine ganz neue Gruppe von Produzenten in die erste Reihe nachgerückt:

Janine Jackowski, Susa Kusche, Karsten Stöter, Marco Mehlitz, Gian-Piero Ringel, Christian Balz und Philipp Kreuzer

Janine Jackowski: „Wir bedanken uns sehr vor allem bei Arno Ortmair und Alfred Hürmer, die den Verband über viele Jahre geprägt haben und freuen uns, diesen Verband fortführen zu dürfen“. Karsten Stöter fügt an: „wir werden den Verband in der Zukunft auf eine breitere Basis stellen und werden damit vor allem die Interessen der unabhängigen Produzenten in Deutschland zu stärken“. Marco Mehlitz führt aus: „Der Verband wird in Zukunft auch mit den anderen Interessenvertretungen in Deutschland und Europa in engem Schulterschluss arbeiten, um die sich immer schneller verändernden Produktionsbedingungen in Deutschland sinnvoll zu gestalten.“. Hierzu Gian-Piero Ringel “Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die kulturelle Vielfalt zu stärken und die kommerziellen Möglichkeiten der unabhängigen Produzenten in allen, auch ganz neuen, Bereichen weiter auszubauen.“

Hierbei unterscheidet sich der VDFP von anderen Interessensvertretungen, da er, auch vergleichbar mit der englischen Produzentenvereinigung PACT, ausschließlich unabhängige Produzenten in seinen Reihen vereint.

Christian Balz ergänzt hierzu “gerade die Unabhängigen verleihen der deutschen Produktionslandschaft die kreative und zukünftig hoffentlich auch noch vermehrt die wirtschaftliche Kraft, die eine solche wichtige und prägende Kulturindustrie braucht“.

Philipp Kreuzer: „Wir sind offen für alle unabhängigen Produzenten, auch besonders die jungen und innovativen, die bislang davor zurückgeschreckt sind, sich in etablierten Verbandsstrukturen zu engagieren. Hier entsteht im VDFP eine ganz neue Kraft, die sich für genau diese Produzenten einsetzt und ihnen Gehör verschafft.“ „Unser erklärtes Ziel ist es, den Verband auch finanziell auf breitere Füße zu stellen“ ergänzt Susa Kusche.

Die aus der Reihe des Verbandes produzierten Filme wie TONI ERDMANN und TSCHICK können beispielhaft dafür betrachtet werden.

 v.l.n.r: Philipp Kreuzer, Gian-Piero Ringel, Janine Jackowski, Karsten Stöter, Susa Kusche, Christian Balz, Marco Mehlitz

v.l.n.r: Philipp Kreuzer, Gian-Piero Ringel, Janine Jackowski, Karsten Stöter, Susa Kusche, Christian Balz, Marco Mehlitz

True Crime Serie von Kundschafter Film

Die Berliner Kundschafter Film um Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Robert Thalheim realisiert die erste deutsche True-Crime-Doku-Serie mit dem Titel "Höllental". Für Das Kleine Fernsehspiel (Redaktion: Jörg Schneider und Lucas Schmidt) stlen Dirk Engelhardt als verantwortlicher Produzent und Marie Wilke als Autorin und Regisseurin die Frage, was wirklich mit Peggy Knobloch geschah.

Das Serienprojekt erzählt in sechs Folgen vom Mord an der neunjährigen Peggy Knobloch aus der bayrischen Kleinstadt Lichtenberg. Mit dokumentarischen Mitteln will die Serie "Höllental" minutiös Beweise, Aussagen und Verdachtsmomente rekonstruieren. Am 7. Mai 2001 verschwand Peggy auf dem Nachhauseweg von der Schule spurlos am Rande des Höllentals in Oberfranken. Ein geistig behinderter Mann, der den Mord auch gestand, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl Peggys Leichnam nicht gefunden wurde. Nach zehn Jahren wird der Prozess neu aufgerollt und der inhaftierte Ulvi K. freigesprochen. Alles deutet darauf hin, dass sein Geständnis erzwungen wurde. Am 1. Juli 2016 findet ein Pilzsammler das unvollständige Skelett eines Kindes in einem abgelegenen Waldstück, 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt. Die Knochen stammen von Peggy. Zwischenzeitlich fiel der Verdacht auf den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, weil dessen DNA-Spur neben den sterblichen Überresten von Peggy auftauchte. Doch es handelte sich lediglich um eine Verunreinigung durch die Polizei. Deshalb laufen die Ermittlungen der "Soko Peggy" bis heute weiter.

Ein Brief für den Erhalt des Territorialitätsprinzips

Gemeinsam mit 411 europäischen Filmunternehmen und Branchenverbänden, darunter auch der VDFP, hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) einen offenen Brief an die Führungsriege der Europäischen Union unterzeichnet und um politische Unterstützung für den Erhalt des Territorialitätsprinzips geworben. Das Territorialitätsprinzip wird aktuell durch einen Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Schaffung eines Digitalen Binnenmarkts gefährdet. Demnach müssten TV-Sender die Online-Rechte eines Films nur noch für ein EU-Mitgliedsland erwerben und könnten die öffentliche Zugänglichmachung, also die Nutzung ihrer Online-Dienste, im gesamten EU-Binnenmarkt ermöglichen.

Den offenen Brief der europäischen Filmwirtschaft können Sie hier einsehen.

Zusätzlich zur Unterzeichnung des Briefes durch den VDFP wurde er noch von zahlreichen Mitgliedsunternehmen unterstützt. Es unterzeichneten: 23/5 Filmproduktion, 27 Film Production, Daniel Zuta Filmproduktion, Film Base Berlin, Komplizen Film, Kundschafter Filmproduktion, Niko Film, Ostlicht Filmproduktion, Pandora Film, Propellerfilm, Starhaus Filmproduktion und unafilm.

Olli boxt sich auch unter Studenten durch

Juho Kuosmanens "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki", die in Schwarzweiß gedrehte Liebesgeschichte um einen jungen Boxer, wurde am Samstag als bester Langspielfilm bei der 46. Ausgabe des Internationalen Studierendenfilmfestivals sehsüchte ausgezeichnet. Deutscher Koproduktionspartner des Schwedisch-Finnischen Dramas ist One Two Films von Jamila Wenske und Sol Bondy. Der Film wurde bereits im vergangenen Dezember mit dem European Discorvery Award beim Europäischen Filmpreis bedacht, außerdem beim 12. Zurich Film Festival mit dem Hauptpreis - das Goldene Auge - ausgezeichnet und gewann beim Festival de Cannes im letzten Jahr den Hauptpreis der Nebenreihe Un Certain Regard.

Nach der Deutschlandpremiere im Rahmen des Filmfest München startete der Film im Januar in den deutschen Kinos und ist derzeit in ausgewählten Kinos in den USA zu sehen.

 (c) Camino

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