augenscheins Los Perros lief in Cannes

In der Semaine de la Critique, der höchst angesehenen Nebenreihe des Filmfestivals in Cannes, lief vor einem begeisterten Publikum das gemeinsam von VDFP-Mitglied augenschein Filmproduktion und Cinema Defacto, Jirafa Films produzierte Chilenische Drama "Los Perros". Hollywood Reporter hat sich den Film genau angeschaut. Hier gehts zur Kritik

 

 

 

Valeska Grisebachs "Western" in Cannes bejubelt

Valeska Grisebach ist eine starke Premiere beim Filmfest Cannes gelungen. Sie stellte gemeinsam mit ihren Cannes-erfahrenen Produzenten Janine Jackowski und Jonas Dornbach von Komplizen Film am Donnerstag ihren Beitrag «Western» in der renommierten Nebenreihe «Un Certain Regard» vor.

Der Film erzählt von einer Gruppe deutscher Bauarbeiter, die sich auf den Weg zu einer Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz macht. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern. Gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahe gelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes.

Für Valeska Grisebach ist es der erste Film in Cannes. Für Komplizen Film nach Maren Ades "Toni Erdmann" der zweite in Folge. Das hat auch der Hollywood Reporter bemerkt.

VDFP runderneuert

Die Erneuerung des VDFP ist abgeschlossen. Nachdem im Jahr 2015 eine große Zahl an jüngeren, erfolgreichen und ambitionierten Filmproduzenten im VDFP ein neues Zuhause gefunden haben, ist auf der gerade abgeschlossenen Mitgliederversammlung in München auch die strukturelle Erneuerung umgesetzt worden. Wir bereits vor zwei Wochen verlautbart wurde, ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende nicht mehr zur Wahl angetreten. Stattdessen ist eine ganz neue Gruppe von Produzenten in die erste Reihe nachgerückt:

Janine Jackowski, Susa Kusche, Karsten Stöter, Marco Mehlitz, Gian-Piero Ringel, Christian Balz und Philipp Kreuzer

Janine Jackowski: „Wir bedanken uns sehr vor allem bei Arno Ortmair und Alfred Hürmer, die den Verband über viele Jahre geprägt haben und freuen uns, diesen Verband fortführen zu dürfen“. Karsten Stöter fügt an: „wir werden den Verband in der Zukunft auf eine breitere Basis stellen und werden damit vor allem die Interessen der unabhängigen Produzenten in Deutschland zu stärken“. Marco Mehlitz führt aus: „Der Verband wird in Zukunft auch mit den anderen Interessenvertretungen in Deutschland und Europa in engem Schulterschluss arbeiten, um die sich immer schneller verändernden Produktionsbedingungen in Deutschland sinnvoll zu gestalten.“. Hierzu Gian-Piero Ringel “Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die kulturelle Vielfalt zu stärken und die kommerziellen Möglichkeiten der unabhängigen Produzenten in allen, auch ganz neuen, Bereichen weiter auszubauen.“

Hierbei unterscheidet sich der VDFP von anderen Interessensvertretungen, da er, auch vergleichbar mit der englischen Produzentenvereinigung PACT, ausschließlich unabhängige Produzenten in seinen Reihen vereint.

Christian Balz ergänzt hierzu “gerade die Unabhängigen verleihen der deutschen Produktionslandschaft die kreative und zukünftig hoffentlich auch noch vermehrt die wirtschaftliche Kraft, die eine solche wichtige und prägende Kulturindustrie braucht“.

Philipp Kreuzer: „Wir sind offen für alle unabhängigen Produzenten, auch besonders die jungen und innovativen, die bislang davor zurückgeschreckt sind, sich in etablierten Verbandsstrukturen zu engagieren. Hier entsteht im VDFP eine ganz neue Kraft, die sich für genau diese Produzenten einsetzt und ihnen Gehör verschafft.“ „Unser erklärtes Ziel ist es, den Verband auch finanziell auf breitere Füße zu stellen“ ergänzt Susa Kusche.

Die aus der Reihe des Verbandes produzierten Filme wie TONI ERDMANN und TSCHICK können beispielhaft dafür betrachtet werden.

v.l.n.r: Philipp Kreuzer, Gian-Piero Ringel, Janine Jackowski, Karsten Stöter, Susa Kusche, Christian Balz, Marco Mehlitz

v.l.n.r: Philipp Kreuzer, Gian-Piero Ringel, Janine Jackowski, Karsten Stöter, Susa Kusche, Christian Balz, Marco Mehlitz

True Crime Serie von Kundschafter Film

Die Berliner Kundschafter Film um Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Robert Thalheim realisiert die erste deutsche True-Crime-Doku-Serie mit dem Titel "Höllental". Für Das Kleine Fernsehspiel (Redaktion: Jörg Schneider und Lucas Schmidt) stlen Dirk Engelhardt als verantwortlicher Produzent und Marie Wilke als Autorin und Regisseurin die Frage, was wirklich mit Peggy Knobloch geschah.

Das Serienprojekt erzählt in sechs Folgen vom Mord an der neunjährigen Peggy Knobloch aus der bayrischen Kleinstadt Lichtenberg. Mit dokumentarischen Mitteln will die Serie "Höllental" minutiös Beweise, Aussagen und Verdachtsmomente rekonstruieren. Am 7. Mai 2001 verschwand Peggy auf dem Nachhauseweg von der Schule spurlos am Rande des Höllentals in Oberfranken. Ein geistig behinderter Mann, der den Mord auch gestand, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl Peggys Leichnam nicht gefunden wurde. Nach zehn Jahren wird der Prozess neu aufgerollt und der inhaftierte Ulvi K. freigesprochen. Alles deutet darauf hin, dass sein Geständnis erzwungen wurde. Am 1. Juli 2016 findet ein Pilzsammler das unvollständige Skelett eines Kindes in einem abgelegenen Waldstück, 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt. Die Knochen stammen von Peggy. Zwischenzeitlich fiel der Verdacht auf den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, weil dessen DNA-Spur neben den sterblichen Überresten von Peggy auftauchte. Doch es handelte sich lediglich um eine Verunreinigung durch die Polizei. Deshalb laufen die Ermittlungen der "Soko Peggy" bis heute weiter.

Ein Brief für den Erhalt des Territorialitätsprinzips

Gemeinsam mit 411 europäischen Filmunternehmen und Branchenverbänden, darunter auch der VDFP, hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) einen offenen Brief an die Führungsriege der Europäischen Union unterzeichnet und um politische Unterstützung für den Erhalt des Territorialitätsprinzips geworben. Das Territorialitätsprinzip wird aktuell durch einen Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Schaffung eines Digitalen Binnenmarkts gefährdet. Demnach müssten TV-Sender die Online-Rechte eines Films nur noch für ein EU-Mitgliedsland erwerben und könnten die öffentliche Zugänglichmachung, also die Nutzung ihrer Online-Dienste, im gesamten EU-Binnenmarkt ermöglichen.

Den offenen Brief der europäischen Filmwirtschaft können Sie hier einsehen.

Zusätzlich zur Unterzeichnung des Briefes durch den VDFP wurde er noch von zahlreichen Mitgliedsunternehmen unterstützt. Es unterzeichneten: 23/5 Filmproduktion, 27 Film Production, Daniel Zuta Filmproduktion, Film Base Berlin, Komplizen Film, Kundschafter Filmproduktion, Niko Film, Ostlicht Filmproduktion, Pandora Film, Propellerfilm, Starhaus Filmproduktion und unafilm.

Olli boxt sich auch unter Studenten durch

Juho Kuosmanens "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki", die in Schwarzweiß gedrehte Liebesgeschichte um einen jungen Boxer, wurde am Samstag als bester Langspielfilm bei der 46. Ausgabe des Internationalen Studierendenfilmfestivals sehsüchte ausgezeichnet. Deutscher Koproduktionspartner des Schwedisch-Finnischen Dramas ist One Two Films von Jamila Wenske und Sol Bondy. Der Film wurde bereits im vergangenen Dezember mit dem European Discorvery Award beim Europäischen Filmpreis bedacht, außerdem beim 12. Zurich Film Festival mit dem Hauptpreis - das Goldene Auge - ausgezeichnet und gewann beim Festival de Cannes im letzten Jahr den Hauptpreis der Nebenreihe Un Certain Regard.

Nach der Deutschlandpremiere im Rahmen des Filmfest München startete der Film im Januar in den deutschen Kinos und ist derzeit in ausgewählten Kinos in den USA zu sehen.

(c) Camino

(c) Camino

augenschein in Cannes

LOS PERROS von Marcela Said feiert Premiere in der Semaine de la Critique in Cannes. Produziert wurde der Film von Cinéma Defacto in Koproduktion mit VDFP-Mitglied augenschein Filmproduktion und Jirafa Films, Rei Cine, und Terratreme Films.

Mariana, eine 40-jährige Chilenin, ist gefangen in der Rolle einer gutbürgerlichen Ehefrau, die ihr Vater und Ehemann für sie geschaffen haben. Befreiung findet sie ausgerechnet in Juan, ihrem 70-jährigen Reittrainer, der zu ihrem Mentor wird und in ihr das Verlangen nach einem anderen Leben entfacht. Doch Juan ist auch ein ehemaliger Oberstleutnant mit einer dunklen Vergangenheit, die er nicht länger verstecken kann…

"Los Perros" ist nach Valeska Grisebachs Komplizen Film "Western" der zweite Beitrag eines VDFP-Produzenten beim renommierten Filmfestival de Cannes.

Zwei Lolas für "Paula", acht Lolas und eine Millionen Zuschauer für "Toni Erdmann"

"Paula", Christian Schwochows Paula Modersohn-Becker Biopic und eine Produktion der Pandora Film erhielt beim Deutschen Filmpreis am 28. April zwei der begehrten Auszeichnungen. Für das "Beste Szenenbild" bekam Tim Pannen eine Lola und für das "Beste Kostümbild" Frauke Firl.

Insgesamt sechs Deutsche Filmpreise erhielt Maren Ades Komplizen Film Produktion "Toni Erdmann". Maren Ade selbst wurde für das beste Drehbuch und für die beste Regie ausgezeichnet, Sandra Hüller und Peter Simonischek als beste Hauptdarsteller, Heike Parplies für den besten Schnitt und der Film schließlich mit dem Deutschen Filmpreis in Gold.

Unmittelbar vor der Verleihung des Deutschen Filmpreises hatte der Film noch die "eine Millionen.-Besucher-Marke" im deutschsprachigen Raum genommen. Das meldete der deutsche Verleih NFP marketing & distribution*. Maren Ades Komödie startete nach seiner Weltpremiere beim Festival de Cannes im Juli 2016 in den Kinos.

 

(c)NFP

(c)NFP

(c) Pandora Film

(c) Pandora Film

Ein Verband auf dem Weg in die Zukunft - Arno Ortmair über die kurz- und langfristigen Aufgaben des Produzentenverbands VDFP und seinen Abschied vom Vorstandsvorsitz

Der VDFP ist der älteste überregionale deutsche Produzentenverband und ist in allen wesentlichen Gremien, Institutionen, Branchenverbänden und Fachausschüssen national und international vertreten.1966 als Kinofilmproduzentenverband gegründet hat er seitdem fast alle wesentlichen Institutionen für die deutschen Filmproduzenten mit ins Leben gerufen: die FFA, die SPIO, die VGF oder GERMAN FILMS und die Murnau-Stiftung. Unsere Mitglieder sind ausschließlich unabhängige Produzenten.

Wie ist unser Selbstverständnis, was macht den modernen Produzenten aus? Als mich vor Kurzem beim Deutschen Filmball ein offensichtlich branchenfremder Gast fragte, was eigentlich ein Produzent tue, wurde mir klar, dass er ein wesentliches Problem unseres Berufs ansprach. Schauspieler und Regisseure kennt jeder, in den seltensten Fällen ist aber auch der Name des Produzenten geläufig. Produzenten sind hierzulade nicht wichtig. Als ich meinem Gegenüber erklärte, dass der Produzent ständig nach neuen Filmstoffen sucht, mit Autoren Drehbücher entwickelt, für die Umsetzung und Ausgestaltung des Films verantwortlich ist und Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, und das ganze Kreativteam zusammenfügt und darüber hinaus für die Finanzierung, Organisation, das künstlerische Ergebnis sowie die Vermarktung verantwortlich ist, kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mir dagegen stellte sich die Frage, warum die Wertschätzung der Produzenten hierzulande so gering ist.

Nun geht es nicht darum, dass wir Produzenten Anerkennung um der Anerkennung Willen einfordern. Kinobesitzer wünschen sich aber seit langem größere und erfolgversprechendere deutsche Kinofilme um den Rückgang der amerikanischen Produktionen auszugleichen. Große Filme erfordern aber auch große Produzentenpersönlichkeiten. Aber wie sollen Produzenten Großes kreieren, wenn sie ständig dazu angehalten werden, klein zu denken? Hier muss ein Umdenken stattfinden. Bei den Verhandlungen mit der ARD ist dies zum Teil schon gelungen. Die Verhandlungserfolge der letzten Jahre basieren auf der Erkenntnis, dass gegenseitige Wertschätzung die Grundlage für beiderseitigen Erfolg ist. Aber ansonsten eröffnet das Branchenumfeld den Produzent kaum Chancen, aus eigener Kraft zu wachsen und sich ausreichend zu kapitalisieren.

Die deutschen TV- und Kinoproduzenten stehen nicht nur am Ende der Wahrnehmungs- sondern eben auch am Ende der Verwertungskette. Obwohl der Produzent, die gesamte Entwicklungsleistung, das Herstellungs- und finanzielle Risiko trägt, ist er als Letzter am Erlös beteiligt, während Kinos und Verleih ihren Einsatz bereits refinanziert und Gewinne erwirtschaftet haben. Das ist kein Vorwurf, sondern der Hinweis auf Rahmenbedingungen aus der analogen Zeit, die dem Wunsch nach erfolgreicheren Produzenten und großen Filmen entgegensteht.

Deshalb hatten die Produzenten bei der FFG Novellierung einen Erlöskorridor von 5-10% gefordert, der aber unverständlicherweise von den Verwerten abgeschmettert wurde.

Doch auch das Ansinnen der Sender die Auswertung in den Mediatheken auf drei Monate und mehr zu verlängern, wirkt dem entgegen. Ohne adäquate Abgeltung der Onlinerechte verlieren die Produzenten eine wichtige Einnahmequelle auch wenn die Erlöse aus der Videoverwertung auf den ersten Blick klein erscheinen mögen: 30-50.000 Euro Minimumgarantie für VIDEO/VOD sind viel, wenn man sie nicht hat und dringend benötigt, um Projektkosten oder neue Entwicklungen zu decken

Darüber hinaus stehen die unabhängigen Produzenten zunehmend durch die Globalisierung des Film- und Fernsehmarktes vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Globale Player wie Google, Amazon oder Netflix diktieren mit neuen Geschäftsmodellen zunehmend den Markt. Dabei fokussieren sie auf große, kapitalstarke Player, die aufwändige Serien- und Filmentwicklungen vorfinanzieren und „screentime“ und Erfolge liefern können. Unabhängige Produzenten mit geringem Eigenkapital und Einzelprojekten haben da nur geringe Chancen.

Der Wandel des Medienmarktes bedeutet deshalb auch für den VDFP eine große Herausforderung. Neben den aktuellen Alltagsthemen wie ARD/ZDF Eckwertevereinbarungen, Anpassung des FFG an digitale Veränderungen, Harmonisierung der Förderbedingungen, die Novellierung des Urheberrechts oder der Digital Single Market, müssen wir neue Businessmodelle und Marktstrukturen finden, die das Überleben der unabhängigen Produzenten und die kreative und kulturellen Vielfalt des Kinofilm sichern. Dies wird nicht leicht.

Die Forderung der Kinobesitzer nach mehr erfolgreichen Kinofilmen ist ernst zu nehmen. Es fehlt dem deutschen Film aber nicht an Klasse sondern vorwiegend am Geld für ein erfolgreiches Marketing. Hervorragende Filme werden deshalb oft nicht ausreichend beworben, und der deutsche Film als Marke schon gar nicht. Dazu könnte das Fernsehen einen elementaren Beitrag leisten. Denn obwohl die Sender erfreulicherweise in Filmfördertöpfe einzahlen und sich an Co-Produktionen beteiligen, werden die meisten Filme stiefmütterlich behandelt und weitgehend unauffindbar und zu schlechten Sendezeiten versendet. Würde man dem deutschen Kinofilm z.B. einen regelmäßigen, fixen wöchentlichen Sendeplatz in der 2nd Primetime einräumen und das generelle Interesse der Zuschauer für das Kino und seine Stars in begleitenden Sendungen wecken, würde dies den deutschen Kinofilm immens fördern.

Es braucht aber nicht nur kommerziell erfolgreiche Filme. Das deutsche Kino benötigt gleichermaßen den künstlerisch hochwertigen Film. Überraschende, mutige, verstörende Filme, die Neues kreieren und vielleicht die Filmsprache von Morgen sind. Aus meiner Sicht gibt es nicht zu viele Filme die gefördert werden, wie manche klagen. Es gibt nur zu viele Filme die ins Kino gedrückt werden, auch wenn sie klar erkennbar nicht gut gelungen sind. In Amerika gehen Filme die keinen Erfolg versprechen direkt in die Zweitverwertung wie Pay TV, Free TV, VOD etc.. Deshalb haben wir sehr dafür gekämpft, dass dies auch in Deutschland möglich wird. Ein erster Erfolg ist, dass jetzt zumindest ein Film eines Produzenten einmal in 5 Jahren direkt in die Zweitverwertung gehen kann wenn er sein Ziel nicht erreicht.

Last but not least ist für den VDFP die Teilnahme der deutschen Produzenten am internationalen Markt ein sehr wichtiges Thema. Aktive und passive Koproduktionen sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor für die unabhängigen Produzenten, bei dem sie auch internationales know how sammeln. Obwohl Deutschland eine ausgezeichnete Förderlandschaft vorweisen kann, haben es englischsprachige, international angelegte Produktionen schwer, gefördert zu werden. Hier könnte eine Justage der Förderrichtlinien viel bewirken. Allein die Aufhebung des Verleihzwangs für ausländische Produktionen würde viele Produktionen nach Deutschland bringen und für zusätzliche Beschäftigung sorgen.

All diese Themen adressiert der Verband in den entsprechenden Gremien und gegenüber den Entscheidern in Politik, Förderanstalten und Verwaltung. Es ist uns gelungen, den VDFP wieder zu einer relevanten und gehörten Größe innerhalb der deutschen Filmbranche zu machen. Das Wachstum und der zunehmende Einfluss bedeutet aber auch, dass der Verband nicht mehr nur ehrenamtlich und im Wesentlichen von ihrem Vorstandsvorsitzenden geführt werden kann. Meine Aufgaben werden deshalb künftig auf mehrere und jüngere Schultern verteilt.

Ich selbst werde mich aus dem Vorstand zurückziehen und mich mit großer Freude und Kraft wieder auf meine produzentischen Aufgaben und Projekte konzentrieren. Es war eine Ehre dem Verband Deutscher Filmproduzenten so viele Jahre vorstehen zu dürfen und das Vertrauen der Mitglieder und Branchenkollegen gehabt zu haben.

Gleichwohl: ganz werde ich mich nicht von der Medienpolitik verabschieden. Dazu gibt es für mich zu viele interessante und spannenden Themen und liebgewordene und geschätzte Kollegen und Branchenvertreter mit denen sich etwas bewegen lässt.

Arno Ortmair

Der Text wird als Gastbeitrag in Blickpunkt:Film veröffentlicht.

 

Maren Ade in der Cannes Jury

Maren Ade, Komplizin des VDFP-Mitgliedsunternehmens Komplizen Film ist in die Jury des Cannes Film Festivals (17. - 28. Mai) berufen worden. Ihr Film Toni Erdmann lief im letzten Jahr im Wettbewerb von Cannes. Sie wird gemeinsam mit dem amerikanischen Sänger und Schauspieler Will Smith, dem Südkoreanischen Regisseur Park Chan-wook, der schon drei seiner Filme im Wettbewerb des Festivals präsentieren konnte, dem italienischen Meisterregisseur Paolo Sorrentino, der in seiner Karriere bereits fünf Mal für die Palme d’Or nominiert war, der amerikanischen, zweifach für den Oscar nominierten Schauspielerin Jessica Chastain, der Chinesische Schauspielerin Fan Bingbing, bekannt etwa aus Xiaogang Feng’s I Am Not Madame Bovary, der französischen Regisseurin, Autorin und Schauspielerin Agnès Jaoui, deren Comedy-Drama Look At Me 2004 im Wettbewerb vorgestellt wurde und den Preis für das Beste Drehbuch erhielt und mit dem französischen Komponisten Gabriel Yared, der die Musik zu The English PatientThe Talented Mr Ripley oder Cold Mountain beisteuerte die diesjährige Wettbewerbsjury unter Jury-Präsident Pedro Almodovar die begehrten Preise vergeben. Am 28. Mai findet im Festival-Palais die Verleihung der Goldenen Palmen statt, sowie der weiteren Preise des Hauptwettbewerbs. 

 

Komplizen wieder in Cannes

Nach der international gefeierten Weltpremiere von "Toni Erdmann" beim CANNES FILM FESTIVAL 2016 kehrt VDFP-Mitglied Komplizen Film mit Valeska Grisebachs (Buch und Regie) "Western" zurück nach Cannes. "Western" läuft bei der diesjährigen, 70. Ausgabe des Festivals (17.-28. Mai) in der Reihe UN CERTAIN REGARD.

"Western" ist eine Komplizen Film Koproduktion (Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Maren Ade) mit Chouchkov Brothers (Bulgarien), COOP99 (Österreich). KNM und ZDF - Das kleine Fernsehspiel, In Zusammenarbeit mit arte.

Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von deutschen Bauarbeitern, diesich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz macht. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern. Gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahe gelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes.
 

SPIO mit 10 Forderungen an die Politik

Passend zur baldigen Bundestagswahl hat die SPIO, der Berufsdachverband, der sich aus Bundesverbänden der Film-, Fernseh- und Videowirtschaft zusammensetzt und zu dem auch der VDFP gehört, ein Zehn-Punkte-Papier mit ihren wesentlichen politischen Forderungen an die Parteien kommuniziert.

Die SPIO fordert darin die konsequente Bekämpfung von Online-Piraterie und ein "Level-Playing-Field" für alle Anbieter audiovisueller Inhalte im Internet. Außerdem werden im Forderungskatalogkartell- und urheberechtliche Anliegen formuliert, aber auch die Filmförderung, die Verantwortung für das filmische Erbe und der Jugendschutz thematisiert. Als gesellschaftlich besonders wertvolles Angebot sieht die SPIO außerdem den Kultur- und Kommunikationsort Kino in der Fläche, weshalb sie sich für strukturpolitische Maßnahmen im ländlichen Raum stark macht.

Hier geht es zum Zehn-Punkte-Papier.

SPIO Präsident Alfred Holighaus (c)Spio/Tom Wagner

SPIO Präsident Alfred Holighaus (c)Spio/Tom Wagner

Henner Besuch für "Kundschafter des Friedens" für den Deutschen Kamerapreis nominiert

"Kundschafter des Friedens" ist eine Produktion des VDFP Mitglieds Kundschafter Film von Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Regisseur Robert Thalheim, der das Buch zum Film schrieb und selbst die Regie führte. Nun ist der Kameramann des Films, Henner Besuch, für die Kategorie "Kinospielfilm", die Königskategorie des Deutschen Kamerapreises, nominiert.

Aus mehr als 400 Filmen und Dokumentationen hat die Jury des Deutschen Kamerapreises um ihren Vorsitzenden Adolf Winkelmann 23 Nominierte, darunter drei für die Kategorie "Kinospielfilm" ausgewählt. Die Gala für die Preisträger der inzwischen 27. Auflage des Deutschen Kamerapreises findet am 24. Juni 2017 in Köln unter Federführung des Westdeutschen Rundfunks statt. Dann wird bekannt gegeben, welcher der Nominierten einen der begehrten Preise erhält.

Der VDFP gratuliert Henner Besuch und dem ganzen Team von "Kundschafter des Friedens" für die Nominierung.

14 Nominierungen zum Deutschen Filmpreis für Filme von Mitgliedern des VDFP

Die Deutsche Filmakademie hat die Nominierten für die diesjährige LOLA-Verleihung am 28. April in Berlin bekannt gegeben. Mit "Toni Erdmann" von Komplizenfilm und "Tschick" von Lagofilm gehen gleich zwei Mitglieds-Produktion ins Rennen um die Königsklasse "Bester Spielfilm".

Toni Erdmann

Toni Erdmann

Für ihre Leistung in "Toni Erdmann" sind darüber hinaus noch Maren Ade in den Kategorien "Bestes Drehbuch" und "Beste Regie", Sandra Hüller als "Beste weibliche Hauptrolle", Peter Simonischeckfür die "Beste männliche Hauptrolle" und Heike Parplies für den "Besten Schnitt" nominiert.

Tschick

Tschick

"Tschick" kommt noch auf Nominierungen für "Beste Kamera" - Rainer Klausmann, "Bester Schnitt" - Andrew Bird und "Beste Tongestaltung" - Lars Ginzel, Kai Lüde und Kai Tebbel.

Paula

Paula

Außerdem gehen für ihre Arbeit an "Paula" von der Pandora Filmproduktion Frank Lamm für die "Beste Kamera", Tim Pannen für das "Bestes Szenenbild", Frauke Firl für das "Beste Kostümbild" und Astrid Weber und Hannah Fischleder für das "Beste Maskenbild" ins Rennen um eine Lola.

Hier geht es zu allen Nominierten des Jahres 2017 für den Deutschen Filmpreis

Der VDFP gratuliert allen Nominierten!

Arno Ortmair wieder in das Präsidium der SPIO gewählt

Auf ihrer heutigen Mitgliederversammlung hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft ihren hauptamtlichen Präsidenten Alfred Holighaus im Amt bestätigt. Wiedergewählt wurde auch der Vize-Präsident, HDF-Vorstand Thomas Negele.

Dem neu gewählten SPIO-Präsidium gehören neben Präsident und Vize-Präsident aber auch Vertreter der Filmwirtschaft an. Dazu gehört erneut Arno Ortmair für den VDFP sowie Stephan Birkenholz (FDW - Werbung im Kino), Joachim A. Birr (BVV), CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock, Christian Sommer (VTFF), Peter Sundarp (VdF) und Alexander Thies (Produzentenallianz).

Marco Mehlitz, Lago Film, ist Arno Ortmairs Stellvertreter im Präsidium der SPIO.

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft. Als Dachverband von derzeit 18 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1100 Mitgliedsfirmen. Die SPIO äußert sich zu wichtigen, die gesamte Branche betreffende ökonomischen, rechtlichen und politischen Fragen. Sie nimmt Stellung zu Gesetzesvorhaben und vertritt ihre Position im öffentlichen sowie politischen Raum. Sie engagiert sich für den Schutz des geistigen Eigentums und des Urheberrechts und leistet einen wichtigen Beitrag zum Jugendmedienschutz.

(Bild: SPIO/Horst Martin)

(Bild: SPIO/Horst Martin)

Tschick auf DVD und Blue Ray erhältlich und für den EFA Young Audience Award nominiert

Fatih Akins "Tschick", eine Produktion von VDFP-Mitglied Marco Mehlitz (Lago Film), feiert am 9. März seinen DVD, Blue Ray und Digital-Start.

Außerdem ist "Tschick" einer von drei nominierten Filmen für den EFA Young Audience Award. Der Preis wird am 7. Mai von der European Film Academy und EFA Productions mit Unterstützung der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) vergeben.

Mit Claude Barras' "Mein Leben als Zucchini" und Alice Schmids "Das Mädchen vom Änziloch" konkurrieren insgesamt drei Filme um den Award. Dazu werden die Filme am 7. Mai in 36 europäischen Städten einem Publikum im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren gezeigt, das dann über seinen Lieblingsfilm abstimmt. Die Ergebnisse werden per Videoschaltung nach Erfurt übertragen, wo noch am selben Abend der Gewinner gekürt wird.

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"Der junge Karl Marx" bundesweit in den Kinos

Im Rahmen der Reihe Berlinale Sepecial feierte die Produktion der Berliner Rohfilm "Der junge Karl Marx" ihre Weltpremiere. Am 1. März steht der Kinostart im Verleih von Neue Visionen an. Hier geht es zur Kinosuche.

Der Film von Regisseur Raoul Peck spielt 1844, kurz vor der industriellen Revolution und erzählt die Geschichte des erst 26-jährigen Karl Marx (August Diehl), der mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil in Paris lebt. Eines Tages wird ihm der junge Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt, doch für den feinen Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers hat der andauernd bankrotte Familienvater Marx zunächst nur Verachtung übrig. Bald aber zeigt sich, dass die beiden mehr als nur denselben Humor gemeinsam haben. Engels hat kürzlich über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben und er liebt Mary Burns (Hannah Steele), eine Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Als Kampfgefährten mit gemeinsamem Ziel respektieren und inspirieren sie sich gegenseitig und zusammen mit Jenny verfassen sie Texte, die eine Revolution entfachen sollen…

"Der junge Karl Marx" ist eine Koproduktion von Rohfilm, Sammy Drechsel und Karsten Stöter mit AGAT Films & Cie (FR), Velvet Film (FR), Artemis Productions (BE).

(c): NEUE VISIONEN

(c): NEUE VISIONEN

"Toni Erdmann" in Kalifornien zum besten internationalen Film gekürt

Maren Ade ist bei den Independent Spirit Awards in Santa Monica für ihren Film "Toni Erdmann" geehrt worden. Die Komplizenfilm-Produktion gewann den renommierten Indie-Award für den besten internationalen Film. Maren Ade und ihre Komplizen nahmen den Preis in einem Festzelt am kalifornischen Strand persönlich entgegen.

Die Spirit Awards zeichnen unabhängige Filmproduktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben und werden immer einen Tag vor den Oscars verliehen.

Am Sonntag war "Toni Erdmann" noch für den Oscar "bester nicht-englischsprachiger Film" nominiert, den Preis erhielt allerdings "The Salesman" aus dem Iran.

 

Sol Bondy von One Two Films diskutiert Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Filmbranche

Die Branchenplattform Crew United präsentiert mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk am 9. Februar 2017 im Kesselhaus der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin) das Panel „Wie wollen wir Filme machen, wie wollen wir leben?“. Im Mittelpunkt der hochkarätig besetzen Gesprächsrunde mit Gästen aus Politik, Film und TV stehen Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Filmbranche.
VDFP-Mitglied Sol Bondy (One Two Films) vertritt auf dem Panel die Produzenten. Mit ihm diskutieren Lisa Marie Basten, Autorin und Wissenschaftlerin, Christine Berg, Stellvertretender Vorstand / Leiterin Förderung, Filmförderungsanstalt, Burkhard Blienert, Mitglied des Deutschen Bundestags, Filmpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa, Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Leiter der Hauptredaktion Spielfilm und Fernsehfilm ARTE und Prof. Dr. Ursula von Keitz, Institutsleitung Filmmuseum Potsdam, Professorin Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Die Veranstaltung wird auch per Livestream auf www.out-takes.de übertragen.

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"Volt" augenscheinlich im Kino

Heute startet die Augenschein Filmproduktion "Volt" im Kino. Tarek Ehlails Film erzählt in einer dystopischen Zukunftsvision vom Polizisten VOLT (Benno Fürmann), der bei einem Einsatz den Flüchtling Hesham tötet. Die Tat bleibt unbestraft, aber Volts Schuld treibt ihn in die Welt seines Opfers. Tagsüber als Polizist, nachts auf der anderen Seite, erlebt er, wie die Unruhen in Folge seiner Tat immer mehr eskalieren. Der Druck steigt, außen wie innen und Volt begreift, dass seine Tat nicht zu vergeben ist.

Produziert wurde der Film von Jonas Katzenstein, Maximilian Leo und Antoine Simkine. VOLT wird von Farbfilm verliehen.