Zwei Dokumentarfilme von VDFP-Produzenten für den Grimme Preis 2017 nominiert

Für den 53. Grimme Preis, der am 31. März in Marl vergeben wird, sind auch zwei Dokumentationen von VDFP-Produzenten nominiert. Sie nehmen am "Wettbewerb Information & Kultur" teil.

"Besessen" von Lichtblick Film in Koproduktion mit Kaynoona Films für ZDF/Arte erzählt von Aya, einem vierjährigen jordanischen Mädchen, dass von ihrem Vater getötet wurde, weil er sie für von einem Dschinn, ein Dämon, besessen hielt. Nachforschungen führen die Regisseurin Dalia Al Kury in eine obskure Parallelwelt der Traditionen und Riten. Verstörende und zugleich faszinierende Begegnungen mit Dschinn-Exorzisten und Besessenen enthüllen die Widersprüchlichkeiten ihrer Gesellschaft und zwingen die Regisseurin sich letztendlich auch ihren eigenen Ängsten und Dämonen zu stellen.

Und "Zwei Stimmen aus Korea" von Kundschafter Filmproduktion für ZDF/3Sat ist das bewegende Doppelporträt zweier junger koreanischer Frauen in ihrer geteilten Heimat: Die eine studiert Musik in Nordkorea, die andere Internationale Beziehungen in Südkorea.

Wir drücken Martin Heislers Lichtblick Film sowie der Kundschafter Filmproduktion um Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel und Robert Thalheim die Daumen.

"Besessen" (c) ZDF

"Besessen" (c) ZDF

"Zwei Stimmen aus Korea" (c) ZDF

"Zwei Stimmen aus Korea" (c) ZDF

Shootingstars der Berlinale und des VDFP: Louis Hofmann und Hannah Hoekstra

Louis Hofmann und Hannah Hoekstra gehören zu den jungen Schauspielern Europas, die wir uns merken sollten. Und zwar nicht nur, weil Hannah Hoekstra demnächst neben Josef Hader in einer Hauptrolle in der Kinoproduktion "Arthur & Claire" (AT) der Tivoli Film zu sehen sein wird. Oder weil Louis Hofmann in "Die MItte der Welt" der Neue Schönhauser Filmproduktion die Hauptrolle spielt. Sondern auch, weil sie zu den zehn europäischen Nachwuchsschauspielern gehören, die bei der Berlinale von 10. - 13. Februar von der European Film Promotion als Shooting Stars des Jahres präsentiert werden. Sie treten damit in die Fußstapfen von nationalen und internationalen Filmstars wie Jürgen Vogel, Nina Hoss, Daniel Craig oder Alicia Vikander.

Hannah Hoekstra

Hannah Hoekstra

Louis Hofmann

Louis Hofmann

Twenty Twenty Visions Ko-Produktion "Elle" bei den Golden Globes erfolgreich

Paul Verhoevens Psycho-Thriller "Elle", eine Ko-Produktion des VDFP Mitglieds Twenty Twenty Vision Filmproduktion, hat in der vergangenen Nacht gleich zwei der begehrten Golden Globe Awards gewonnen. Zum einen für den besten "fremdsprachigen Film",  zum anderen wurde die französische Schauspielerin Isabelle Huppert für ihre Leistung in der Hauptrolle der Michèle in der Kategorie "beste Schauspielerin" ausgezeichnet.

Ins Rennen um den Golden Globe für den "Besten fremdsprachigen Film" ging auch Maren Ades "Toni Erdmann" von Komplizenfilm.

"Elle" startet am 16. Februar in den deutschen Kinos.

Herzlichen Glückwunsch an Twenty Twenty Vision Filmproduktion!

Deutscher Filmpreis: Ein Viertel der für die Kategorie "Bester Spielfilm" ausgewählten Filme, sind Produktionen von Mitgliedern des VDFP

Die Vorauswahl zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2017 steht fest. Die Vorauswahlkommissionen Spielfilm hat aus allen Einreichungen 28 Filme ausgewählt, die nun ins Rennen um die LOLA für den "Besten Spielfim" gehen. Die mittlerweile über 1800 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie entscheiden bis zum 16. März über die Nominierungen.

Insgesamt sieben Filme von Mitgliedern des VDFP finden sich darunter:

God of Happiness

God of Happiness

GOD OF HAPPINESS
Produzent/in: Oliver Damian, Elaine Niessner, Tommy Niessner
Produktionsfirma: 27 Films Production, East End Film GmbH
Regie: Dito Tsintsadze Drehbuch:
Dito Tsintsadze

 

 

Kundschafter des Friedens

Kundschafter des Friedens

KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS
Produzent/in: Andreas Banz, Dirk Engelhardt, Matthias Miegel, Robert Thalheim
Produktionsfirma: Kundschafter Filmproduktion GmbH
Regie: Robert Thalheim
Drehbuch: Robert Thalheim, Oliver Ziegenbalg

 

Marija

Marija

MARIJA
Produzent/in: Christoph Friedel, Claudia Steffen
Produktionsfirma: Pandora Film Produktion GmbH, Little Shark Entertainment, Hugofilm
Regie: Michael Koch
Drehbuch: Michael Koch

 

Die Mitte der Welt

Die Mitte der Welt

DIE MITTE DER WELT
Produzent/in: Boris Schönfelder
Produktionsfirma: Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH
Regie: Jakob M. Erwa
Drehbuch: Jakob M. Erwa

 

Morris aus Amerika

Morris aus Amerika

 

MORRIS AUS AMERIKA
Produzent/in: Martin Heisler, Gabriele Simon
Produktionsfirma: Lichtblick Media GmbH
Regie: Chad Hartigan
Drehbuch: Chad Hartigan

 

 

Paula

Paula

PAULA
Produzent/in: Ingelore König, Christoph Friedel, Claudia Steffen
Produktionsfirma: Pandora Film Produktion, Grown-Up Films, Alcatraz Films (FR)
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Stefan Kolditz, Stephan Suschke

 

Toni Erdmann

Toni Erdmann

 

TONI ERDMANN
Produzent/in: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade
Produktionsfirma: Komplizen Film
Regie: Maren Ade
Drehbuch: Maren Ade Tschick

 

Tschick

Tschick

TSCHICK
Produzent/in: Marco Mehlitz
Produktionsfirma: Lago Film GmbH
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Lars Hubrich

Film Festival Rotterdam lädt Produktionen von zwei VdFP Mitgliedern ein

Zwei Produktionen von VdFP-Mitgliedern sind in die Sektion Bright Future des International Film Festival Rotterdam (25. Januar bis 5. Februar) eingeladen worden.

Zum einen feiert Jakob Preuss' Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam", produziert von Weydemann Bros., seine internationale Premiere bei dem Festival, zum anderen kann Ronny Trocker nach Teilnahmen bei den Festivals in Venedig, Zürich und Hamburg einen weiteren Festivalauftritt für "Die Einsiedler" verbuchen. "Die Einsiedler" ist eine Produktion der Zischlermann Filmproduktion von Susanne Mann und Paul Zischler.

Beide Filme laufen außerhalb des Wettbewerbs.

Die Einsiedler

Die Einsiedler

Als Paul über das Meer kam

Als Paul über das Meer kam

"Richard the Stork" landet bei Generation Kplus der Berlinale

Für die Filmauswahl der beide Berlinale-Wettbewerbe "Kplus" und "14plus" der 40. Ausgabe von "Generation" wurde noch vor Weihnachten mit der Bekanntgabe von 15 Langfilmen zur Halbzeit gepfiffen. Bereits jetzt mit dabei ist der Animationsfilm "Richard the Stork" ("Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper") von den VDFP-Mitgliedern Kristine Knudsen und Tom Streuber und ihrer Knudsen & Streuber Medienmanufaktur. Der Animationsfilm entstand in Koproduktion mit Ulysses Filmproduktion, Walking The Dog, Mélusine Productions und Den siste skilling, die Regieführten Toby Genkel und Reza Memari. "Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper" feiert bei der Berlinaleseine Weltpremiere.

Aus der Pressemitteilung der Berlinale vom 22. Dezember 2016: "Auch wenn andere ihn für einen Spatz halten - Richard selbst sieht sich als Storch. Von einem Vogel, der zur Bewährungsprobe selbstsicher die winterliche Reise nach Afrika antritt, erzählen Toby Genkel und Reza Memari in einem rasanten Abenteuer, das zugleich eine einfühlsame Geschichte von Anderssein und Selbst(er)findung ist. Die internationale Co-Produktion bezaubert mit einer fantastischen und fantasievollen Fabel auf der Höhe der Animationskunst."

Das vollständige Generation-Programm wird Mitte Januar veröffentlicht.

© 2017 Knudsen & Streuber Medienmanufaktur, Ulysses Filmproduktion, Walking The Dog, Mélusine Productions, Den siste skilling. All rights reserved.   

© 2017 Knudsen & Streuber Medienmanufaktur, Ulysses Filmproduktion, Walking The Dog, Mélusine Productions, Den siste skilling. All rights reserved.

 

Maren Ades "Toni Erdmann" unter den neun Favoriten für den Oscar als bester fremdsprachiger Film

Die nächste Hürde zum Oscar ist genommen. "Toni Erdmann" ist gemeinsam mit neun anderen Filmen auf der Shortlist für eine Auszeichnung zum besten fremdsprachigen Film. In einem zweiten Schritt wählt die Osacar-Akademie nun fünf nominierte Filme aus. Die Bekanntgabe der fünf Nominierten erfolgt am 24. Januar, die Preisverleihung selbst folgt am 26. Februar.

Hier gehts zur Shortlist.

Wir drücken weiter die Daumen für Komplizen Film um Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Maren Ade.

 

 

 

Erste Berlinale-Filme bekannt gegeben: VDFP gratuliert drei Mitgliedern zur Teilnahme am Wettbewerb und in der Sektion „Berlinale Special“

Die Berlinale hat heute die ersten 14 Filme für den Wettbewerb und die Sektion „Berlinale Special“ ausgewählt. Darunter auch drei Filme, die von Mitgliedern des VDFP produziert oder koproduziert wurden.

Die Rumänisch, deutsch, französische Koproduktion „Ana, Mon Amour“ von Regisseur Cälin Peter Netzer feiert ihre Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale. Deutscher Produzent ist die augenschein Filmproduktion von Jonas Katzenstein und Maximilian Leo.  „Ana, Mon Amour“ erzählt die Geschichte einer grenzüberschreitenden Liebe. Ana und Toma entscheiden sich trotz Anas psychischer Erkrankung und der widrigen Umstände ihrer beider Herkunft, für ihre Beziehung zu kämpfen und erschaffen ein Miteinander, das sie bis in eine Co-Abhängigkeit treibt. Es ist das Psychogramm einer Partnerschaft, die am Extrem ihres Daseins zu scheitern droht...

Auch die chilenisch, deutsch, amerikanisch, spanische Produktion „Una Mujer Fantástica“ feiert im Wettbewerb der Berlinale ihre Weltpremiere. Deutscher Produktionspartner ist Komplizen Film von Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Maren Ade. Regie führt Sebatian Leilo, der gemeinsam mit Gonzalo Maza auch das Drehbuch verfasste. Zum Inhalt: Marina, eine Transsexuelle in Santiago de Chile, hat eine Beziehung zu Orlando, einem älteren Mann. Als er an einem Herzinfarkt in ihren Armen stirbt, steht Marina allein gegen Verdächtigung und Diskriminierungen gegen eine Welt, die noch nicht bereit ist für sie. Zur Hölle damit!

In der Sektion Berlinale Special läuft zudem „Der junge Karl Marx“ des haitianischen Regisseurs Raoul Peck mit August Diehl in der Titelrolle. Bei der französisch, deutsch, belgischen Koproduktion ist VDFP-Mitglied Rohfilm von Benny Drechsel und Karsten Stöter der deutsche Partner. 

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

„Una Mujer Fantástica“

„Una Mujer Fantástica“

„Ana, Mon Amour“

„Ana, Mon Amour“

"Der junge Karl Marx"

"Der junge Karl Marx"

"Toni Erdmann" für Golden Globe nominiert!

Die Erfolgsreihe für Maren Ades "Toni Erdmann" setzt sich fort. Die Produktion von Janine Jankowskis, Maren Ades und Jonas Dombacs Komplizen Film wurde am gestrigen Montag in Los Angeles für den Golden Globe als gestern nicht-englischsprachiger Film nominiert. 

Die Preise werden vom Verband der Auslandspresse am 8. Januar in Beverly Hills verliehen. 

Wir drücken die Daumen!

Komplizen Film und One Two Films mit Auszeichnungen beim Europäischen Filmpreis

Am 10. Dezember fand im Nationalen Forum für Musik in Wrocław (Breslau) die 29. Verleihung des Europäischen Filmpreises statt, Der Preis wird von der Europäischen Filmakademie vergeben. Erstmals nach zehn Jahren geht der Europäische Filmpreis wieder nach Deutschland. 

Denn der große Gewinner des Abends war "Toni Erdmann". Bei fünf Nominierungen erhielt die Produktion von Janine Jackowskis, Maren Ades und Jonas Dombacs Komplizen Film auch alle fünf Trophäen. „Toni Erdmann“ holte am Samstagabend nicht nur die Trophäe für den besten europäischen Spielfilm. Auch Hauptdarstellerin Sandra Hüller wurde zur besten europäischen Schauspielerin gekürt. Der Österreicher Peter Simonischek, der im Film den „Toni Erdmann“ spielt, nahm den Preis als bester Schauspieler entgegen. Ade selbst wurde als beste europäische Regisseurin und Drehbuchautorin geehrt.

Aber auch die Produzenten Sol Bondy und Jamila Wenske ihre One Two Films hatte Grund zur Freude. Denn die majoritär Finnische Produktion "The Happiest Day in the Life of Olli Mäki" von Regisseur Juho Kuosmanen, die von One Two Films koproduziert ist, erhielt als "Entdeckung des Jahres" den Preis der europäischen Filmkritikervereinigung FIPRESCI.

Interview mit Arno Ortmair, Promedia 12/2016

„Es ist problematisch, zwischen zwei Stühlen zu sitzen“

Der Deutsche Bundestag hat den Entwurf für das neue Filmförderungsgesetz (FFG) beschlossen.
Mit dem novellierten FFG wird die Förderung gebündelt und die Gremien werden verschlankt.
So sollen künstlerische Ideen und wirtschaftliche Wagnisse deutscher Filmemacher, wie etwa „Toni Erdmann“ von Maren Ade, auch in Zukunft möglich seien. Gefördert werden zwar weniger Filme, erfolgversprechende Vorhaben bekommen aber mehr Geld. Erhöht werden auch die Mittel für den Drehbuchbereich, als Spitzenförderung wird eine Drehbuchfortentwicklungsförderung eingeführt.
Zum novellierten FFG-Gesetz, zur Entwicklung der Förderung in Deutschland sowie über das
Verhältnis zum Fernsehen, Fragen an Arno Ortmair, Vorstand des Verbandes Deutscher Filmproduzenten e.V. (VDFP). Der VDFP wurde 1966 als „Verband Deutscher Spielfilmproduzenten“ gegründet und hat heute 110 Produzenten als Mitglieder, darunter 70 Spielfilmproduzenten.

promedia: Herr Ortmair, das novellierte FFG dreht gegenwärtig die letzte Runde und tritt am 1. Januar 2017 in Kraft. Mit dem FFG erfolgt wieder eine stärkere Fokussierung auf die Filmproduktion, die Drehbuchförderung wird gestärkt und der Kreis der Einzahler wird erweitert. Damit müssten Sie doch eigentlich zufrieden sein?

Ortmair: Es erfolgt zwar eine Fokussierung auf die Filmproduktion, aber nicht so sehr auf die Produzenten, wie wir es erhofft hatten. Über die Drehbuchförderung sind wir sehr froh. Wir begrüßen natürlich auch, dass der Kreis der Einzahler erweitert wird, da mehr Geld für die Förderung benötigt wird. Gleichzeitig müssen wir bedenken, dass im VoD- und im DVD-Bereich die Einnahmen stark zurück gehen werden.

promedia: VoD ist doch aber der Bereich, in dem man auf Grund neuer Plattformen mehr verdienen will?

Ortmair: VoD wird aber so schnell nicht das ausgleichen, was bei der DVD verloren geht. Der DVD - Verkauf ist nur noch in Deutschland relativ stark. So ist es in keinem anderen Land. Aber auch in Deutschland geht der DVD – Verkauf kontinuierlich zurück. Und er wird meiner Meinung nach, so wie in anderen Ländern auch, drastischer zurück gehen.

promedia: Die Produzenten hatten einen Erlöskorridor gefordert, bei dem sie von den Einnahmen von Beginn an einen kleinen Anteil erhalten. Das wird wohl nicht kommen. Was hätte er Ihnen gebracht?

Ortmair: Das Problem besteht darin, dass alle von den Produzenten erfolgreiche Filme fordern, gleichzeitig ist er wirtschaftlich gesehen das schwächste Glied in der Kette und trägt das größte Risiko. Der Erlöskorridor wurde gefordert, weil die Produzenten beim Erlösrückfluss in der schlechtesten Position sind. Auch bei Filmen, die über 500.000 Zuschauer, manchmal sogar über eine Million Zuschauer haben, sieht der Produzent erst einmal sehr wenig Geld, da zuerst die Marketing und Verleih- Kosten rekuperiert werden, sodass bei den Produzenten sehr wenig bis nichts ankommt. Dadurch wird der Produzent in seiner Investitionskraft geschwächt, er hat weniger Möglichkeiten neue interessante Projekte aus eigener Kraft heraus zu entwickeln. Mit dem Korridor wären die Produzenten unmittelbarer am Gewinn beteiligt und könnten dieses Eigenkapital in neue Projekte investieren. Auch weitere Ideen zur Stärkung der Kapitalkraft der Produzenten wurden in der FFG-Novelle nicht aufgegriffen.

promedia: Welche zum Beispiel?

Ortmair: Unter anderem wurde gefordert, dass eine Angleichung der Handlungskosten und des producers fee an internationales Niveau erfolgen soll. Wir liegen in Deutschland weit hinter dem Rest Europas. Gleichzeitig hatten wir gefordert, dass ein Teil der Herausbringungskosten in das Budget eingestellt werden dürfen. Das hätte die Position der Produzenten deutlich gestärkt.

promedia: Sie hatten auch gefordert, dass die relativ festen Auswertungsfenster verändert werden sollen. Darauf hatten vor allem größere Produzenten gedrängt. Das wird voraussichtlich auch nicht kommen, da die Kinos dagegen waren. Hätten davon auch die kleineren Produzenten profitiert?

Ortmair: Das ist nicht so leicht zu beantworten. In jedem Falle wünschen wir uns eine größere Flexibilität, um Auswertungsmodelle für den sich durch die Digitalisierung sehr stark ändernden Markt zu finden. Gleichzeitig wissen wir, dass es zum jetzigen Zeitpunkt für die Kinos ein Problem wäre, bei einem kürzeren Fenster die Filme wirtschaftlich zu vermarkten.

promedia: Die FFA will mehr Spitzenfilme fördern, die auch mehr Zuschauer erreichen sollen. Dafür wurde die kulturelle Filmförderung deutlich aufgestockt. Können Sie mit dieser Arbeitsteilung leben?

Ortmair: Aus unserer Sicht hätte man idealer Weise die Kapitalkraft der FFA um diese Beträge gestärkt. Es ist immer problematisch zwischen zwei Stühlen zu sitzen. Wenn die FFA verstärkt größere kommerzielle Filme fördern soll und das BKM die künstlerisch wertvollen Filme, dann weiß man momentan nicht genau, wer die kommerziellen aber relativ klein budgetierten Filme fördert. Es besteht die Gefahr, dass einige Filme zwischen die Stühle fallen.

promedia: Nun haben Sie aber auch noch die Länderförderer, denen im Jahr rund 150 bis 160 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Auch sie fördern in stärkerem Maße „kleine“ Filme. Ist das nicht ausreichend, sodass sich die FFA auf Spitzenförderung konzentrieren kann?

Ortmair: Wir haben ein sehr komplexes Fördergeflecht. Den Länderförderern kommt darin eine wesentliche Funktion zu und sie fördern auch kleinere Filme. Die Tendenz ist aber auch bei vielen Länderförderern erkennbar, dass sie immer mehr erfolgreiche und größere Filme fördern möchten. Aufgrund der EU-Richtlinien muss ein geförderter Film aber auch Kulturgut sein. Es besteht also die Gefahr, dass die Förderungen die vor allem das Wirtschaftsgut sehen, möglicherweise nicht mehr genehmigt werden, weil sie gegen die Beihilfeverordnung verstoßen. Ein weiteres Problem besteht in der Förderung von kommerziellen Arthouse-Filmen. Sind die durch das BKM oder die FFA zu fördern? Da der Film Gewinn erzielen will, kann keine Förderung beim BKM beantragt werden. Auf Grund der Größe des Budgets und der Zahl der erwarteten Zuschauer ist die FFA aber nicht mehr zuständig. Wer genau welche Filme fördert, ist momentan unklar. Natürlich begrüßen wir grundsätzlich, dass Frau Grütters die kulturelle Filmförderung deutlich ausgebaut hat, aber die Verwendung der Mittel muss klarer geregelt werden. Ein Beispiel: Wir befinden uns gerade in einer internationalen, aufwendigen Produktion mit dem Titel „Berlin I Love You“. Dieser Film kostet über acht Millionen Euro. Es sind 20 internationale Künstler beteiligt, deren Erlebnisse in 10 Episoden zusammengefasst werden. Vom Budget her gesehen, wäre die FFA zuständig. Da aber internationale Künstler wie Ai Weiwei dabei sind, könnte es auch das BKM sein. Für das BKM ist wiederum das Budget zu hoch, weil die Obergrenze 5 Millionen Euro beträgt. Es ist gut, dass es die beiden Förderungen gibt. Es ist auch nichts dagegen zu sagen, dass die FFA die größeren Filme fördern möchte. Aber es dürfen natürlich keine grundsätzlich förderungsfähigen Filme zwischen die Stühle fallen.

promedia: Man hört von einigen Produzenten, dass sie die Abhängigkeit vom Fernsehen nicht gut finden. Ist nach Ihrer Meinung die Abhängigkeit vom Fernsehen zu groß, oder sind Sie eher froh über eine gewisse „Abhängigkeit“?

Ortmair: Das Fernsehen spielt eine ganz wichtige Rolle für den deutschen Kinofilm. Es ist ein wesentlicher Finanzierungspartner. Gleichzeitig beeinflusst das Fernsehen aber auch den Kinofilm weil es natürlich insbesondere daran interessiert ist, Filme zu unterstützen, die Primetime-tauglich sind. Der Kinofilm definiert sich aber nicht nur dadurch, dass er im Kino gezeigt wird, sondern auch durch seinen Stil und sein Format. Er wird bewusst oder auch unbewusst sehr stark davon beeinflusst, ob er um 20.15 Uhr im TV gezeigt werden kann.

promedia: Sie fordern von ARD und ZDF einen wöchentlich festen Sendeplatz für deutsche Filme. Das sind hochgerechnet für beide Sender über 100 Filme im Jahr. Gibt es so viele gute deutsche Filme, die in der Hauptsendezeit bei ARD und ZDF laufen könnten?

Ortmair: Die deutschen Produzenten haben zu wenig Kapital, um ihre Filme ausreichend zu promoten. Deshalb muss sich das Fernsehen mehr der Aufgabe stellen, den Kinofilm zu verbreiten und damit natürlich auch für ihn zu werben. Es macht keinen Sinn, dass das Fernsehen einerseits finanzielle Mittel für die Förderung aufbringt, um Kinofilme zu produzieren und andererseits diese Filme dann zwischen amerikanischen Serien um Mitternacht sendet. Es ist unverständlich, denn die Fernsehsender haben Unmengen von Filmen in ihren Archiven, die es wert wären, dass sie das Fernsehen besser behandelt und dem Zuschauer näher bringt. Wir möchten, dass der deutsche Kinofilm in seiner ganzen Breite dem TV-Zuschauer präsentiert wird. Dazu kommen wir nur, wenn die öffentlich rechtlichen Anstalten einen festen Sendeplatz an einem bestimmten Tag in der Woche frei räumen, etwa in der Second Primetime. Wir denken, dass sich damit eine breitere Klientel für den Kinofilm im Fernsehen und im Kino erschließen lässt. Das würde das Ansehen des Kinofilms stärken und auch den Wert der Filme in Kinobibliotheken der TV-Sender erhöhen, aber auch dem Image der öffentlich rechtlichen Sendern als erster Partner des deutschen Kinofilms gut tun.

promedia: Das heißt, es geht Ihnen nicht darum, dass nur aktuelle Filme in der Primetime gezeigt werden, sondern das mehr deutsche Kinofilme aus dem Gesamtrepertoire an einem festen Sendeplatz gezeigt werden?

Ortmair: Ja, es wären zum Teil sicher Wiederholungen, aber man könnte mit den bereits vorhandenen Filmen auch Retrospektiven und Themenreihen gestalten, um diese zu einer ordentlichen Sendezeit dem Publikum nahe zu bringen. Das könnte beim ZDF und der ARD auch im Wechsel erfolgen, so dass pro Jahr mindestens 50 gute deutsche Kinofilme abends laufen. Ausreichend qualitativ herausragende Filme sind mit Sicherheit vorhanden.

promedia: Anfang des Jahres hat die ARD mit der Produzentenallianz eine neue Grundsatzvereinbarung geschlossen. Welche Vorteile hat dieses Eckpunktepapier den kleineren Produzenten gebracht.

Ortmair: Das Papier beweist, dass die ARD die Nöte der Produzenten erkannt hat und unter der Leitung von Frau Professor Wille einiges verändern will. So wurde zum Beispiel das Anrechnen der realen Kosten in das Budget anerkannt. Früher war das anders, weil die wirklichen Gagen von unseren Fernsehpartnern zum Teil nicht akzeptiert wurden.

promedia: Was hat sich nicht verbessert? Wo drückt Sie nach wie vor der Schuh?

Ortmair: Um Rechte zurückbehalten zu können, müssten kleine oder mittelständige Produzenten in ihre Fernsehproduktionen investieren. Das ist ihnen aber nur bedingt möglich Zum einen, weil er das Geld nicht hat und zum anderen weil er lange auf Rückflüsse warten muss. Aber auch, weil viele der deutschen Fernsehfilme im Ausland schwer zu verkaufen sind. Das sind insbesondere die Probleme der Kleineren.

promedia: Gibt es die Strukturen bei den kleineren und mittleren Produzenten VoD-Rechte geltend zu machen?

Ortmair:  Die VoD-Rechte sind hilfereich und nützlich, sofern nicht der Fernsehsender seine Catch-up Rechte zu weit ausdehnt. Die Produzenten sollten diese Rechte zeitgleich mit der Fernsehausstrahlung erhalten. Wenn aber der Fernsehsender die VoD Rechte auf 30 Tage oder länger erweitert, gibt es ein Problem, denn die Rechte verlieren durch die lange Free-Phase an Wert.

promedia: Aber genau das planen ARD und ZDF doch jetzt. Wird der Produzent nicht von vorn herein höher vergütet, wenn die Rechte über Wochen und Monate in der Mediathek stehen?

Ortmair: Das ist ein wichtiger Punkt in den derzeitigen Verhandlungen. Die ARD hat sich bereit erklärt auf die Forderungen und Bedürfnisse der Produzenten einzugehen. Wir befinden uns in der Verhandlungsphase zwischen den Bedürfnissen von Produzenten und Fernsehanstalten abzuwägen und Lösungen zu finden.

promedia: Wie ist die Situation bei den privaten Sendern. Mit ihnen gibt es ja keine Eckpunktepapiere. Werden Sie von den Privaten besser behandelt als von den Öffentlich-Rechtlichen?

Ortmair: Man kann grundsätzlich sagen, dass die Privaten schon immer sehr genau wussten, was die Produzenten leisten können und was sie nicht leisten können. Bei den privaten Fernsehanstalten wurden demzufolge die Möglichkeiten – aber auch die Schmerzgrenzen - von unabhängigen Produzenten immer genau eingeschätzt. Es gab mit den Privaten immer Gespräche auf Augenhöhe.

promedia: Das heißt, es gibt keine sogenannten Rahmenvereinbarungen, wie mit der ARD oder dem ZDF. Sie sind gar nicht nötig, denn jeder Produzent kämpft für sich allein mit dem privaten Sender.

Ortmair: Richtig. Aber natürlich wäre es wünschenswert, dass wir auch mit den Privaten zu Rahmenvereinbarungen kommen. Das wäre im beiderseitigen Interesse und wir hätten mehr Planungssicherheit.

promedia: Gibt es denn Verhandlungen mit den Privaten?

Ortmair: Derzeit laufen keine Verhandlungen. Es stehen für uns die Vertragsbedingungen zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und den Produzenten im Vordergrund, schon weil ARD und ZDF die größten Auftraggeber sind.

 promedia: Wo liegen für Sie die Prioritäten? Was sollte im Verhältnis zu ARD und ZDF möglichst schnell verändert werden?

Ortmair: Ein wesentlicher Wunsch ist, dass die in den letzen Jahren im Einvernehmen zwischen den Produzentenverbänden und Fernsehanstalten gefunden Lösungen auch in den Abteilungen der Sender, außerhalb der Intendanz, umgesetzt werden. Es geht uns vor allem um die Wertschätzung der Produzenten, denn wenn diese Wertschätzung entsprechend hoch ist, werden auch die Sender in der Umsetzung der Vereinbarungen den Produzenten mehr entgegen kommen und darauf achten, dass sie die wesentlichen Entscheidungen über die Inhalte, die Verträge und die Finanzierungsbedingungen den Produzenten zugestehen.

 

"Axolotl Overkill" und "Meine glückliche Familie" in Sundance

Gleich zwei Filme von Produzenten des VDFP haben es in diesem jahr ins Programm des renommierten Sundnce Film Festivals geschafft.

AXOLOTL OVERKILL von Helene Hegemann (Buch und Regie) läuft in der "World Cinema Dramatic Competition". AXOLOTL OVERKILL wurde produziert von Hanneke van der Tas und Alain de la Mata (beide Vandertastic) in Co-Produktion mit der Constantin Film Produktion sowie dem rbb in Zusammenarbeit mit dem BR und entstand im Rahmen der Initiativen ALPENROT der Constantin Film sowie LEUCHTSTOFF von rbb und dem Medienboard Berlin-Brandenburg.

Mit majoritär deutscher Beteiligung entstand außerdem "MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE" von Nana & Simon, der vom Festival allerdings als rein georgische Produktion geführt wird. Dabei ist die Kölner Augenschein Filmproduktion der eigentliche Produzent. Polare Film aus Georgien und Arizona Productions werden nachrangig genannt bei der Geschichte einer Literaturlehrerin, die am Tag ihres 52. Geburtstags erklärt, nach 25 Jahren Ehe künftig eigene Wege gehen zu wollen. In den Hauptrollen spielen Ia Shugliashvili und Merab Ninidze.

AXOLOTL OVERKILL

AXOLOTL OVERKILL

Henning Kamm, Geschäftsführer von VDFP MItglied Detailfilm, wechselt zu Real Film Berlin.

Henning Kamm dazu: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen KollegInnen bei der Real Film. Meine Erfahrung auf dem internationalen Parkett und ihre Expertise auf dem deutschen Markt möchte ich dafür nutzen, um Geschichten zu erzählen, die weltweit Anklang finden. Die neue Aufgabe ist der logische Schritt nach einer unvergesslichen, erfolgreichen Zusammenarbeit mit meinem lieben Geschäftspartner bei Detailfilm. Ich danke Michael Lehmann und Günther Russ von Herzen für das in mich gesetzte Vertrauen, insbesondere als Vertreter der jüngeren Generation."

Wir wünschen ihm viel Erfolg mit seiner neuen Aufgabe.

Henning Kamm

Henning Kamm

"Toni Erdmann" ist der Liebling der Kritiker weltweit

Die Filmkritiker New Yorks wählten den Cannes-Liebling von Maren Ade bei den Film Critics Circle Awards zum besten fremdsprachigen Film, wie Blickpunkt:Film berichtet.

Außerdem: Die Broadcast Film Critics Association (BFCA), der größte Verband von Filmkritikern in den Vereinigten Staaten und Kanada, der und über 250 Kritiker aus Film, Fernsehen und Radio repräsenteirt, hat gestern auch die Nominierten für die renommierten Critics' Choice Awards, die am 11. Dezember verliehen werden, vergeben. Chancen auf eine Auszeichnung hat "Toni Erdmann". Wer noch nomniert ist, finden Sie hier.

Und schließlich liegt "Toni Erdmann" in den Rankings zwei der renommiertesten Filmpublikationen der Welt vorne.

So führt der Film die von "Sight & Sound" veröffentlichte Top-20-Liste der besten Filme des Jahres 2016 an. Das internationale Filmmagazin des British Film Institute hatte dazu mehr als 150 Filmkritiker aus Großbritannien und dem Rest der Welt zur Abstimmung gebeten. Wer "Toni Erdmann" folgt, lesen Sie hier.

Auch ihr französisches Pendant, die "Cahiers du cinéma", hat den Komplizen Film zum besten Film des Jahres gewählt. Die Liste finden Sie hier.

Glückwunsch an das komplette Team bei Komplizen Film - Janine Jackowski, Maren Ade und Jonas Dornbach.

Lux-Filmpreis des Europäischen Parlaments für "Toni Erdmann"

Das Europäische Parlament hat Maren Ades "Toni Erdmann" von den VDFP-Mitgliedern Janine Jackowski und Jonas Dornbach von Komplizenfilm mit dem Lux-Filmpreis ausgezeichnet. Jonas Dornbach nahm den Preis gemeinsam mit Maren Ade bei der Preisverleihung im Plenarsaal des EU-Parlaments von EU-Parlementspräsident Martin Schulz entgegen. 

"Toni Erdmann" feierte im Wettbewerb des diesjährigen Cannes Filmfestivals seine Premiere, gewann den FIPRESCI Grand Prix als Bester Film und geht für Deutschland ins Oscar-Rennen als "Bester nicht-englischsprachiger Film" geht. Maren Ades Film setzte sich gegen Leyla Bouzids "Kaum öffne ich die Augen " und Claude Barras' "Mein Leben als Zucchini" durch.

Das Europӓische Parlament verleiht jedes Jahr den LUX-Filmpreis, um die europäische Kino- und Filmkultur zu fördern. Der Preis soll europäischen Filmen helfen, ein größeres Publikum zu erschließen und eine Debatte über Werte und soziale Themen in Europa anzuregen.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz: "Dieser Film, der eine Kombination aus düsterer Komödie und witzigem Drama ist, beschreibt die schwierige, zärtliche und manchmal absurde Beziehung zwischen einer jungen Frau, die im Ausland lebt, und ihrem Vater. Der Film zeigt zutreffend, wie sich Familienbeziehungen in einer alternden und wettbewerbsorientierten Gesellschaft verändern und uns beeinflussen. Er bietet keine einfachen Antworten, aber ermutigt uns, mit all seinen ernsten und heiteren Momenten, herauszufinden, was schützens- und was schätzenswert ist."

Jonas Dornbach (Komplizenfilm), Maren Ade, Martin Schulz. Foto: EU-Parlament

Jonas Dornbach (Komplizenfilm), Maren Ade, Martin Schulz. Foto: EU-Parlament

"Krieg der Lügen“ von VDFP-Mitglied zischlermann filmproduktion gewinnt internationalen Emmy als bester Dokumentarfilm

München/New York, 22. November 2016. Der Film „Krieg der Lügen“ von Regisseur Matthias Bittner zur Vorgeschichte des Irakkriegs 2003 hat den International Emmy als bester Dokumentarfilm gewonnen. Krieg der Lügen“ wurde produziert von den VDFP-Mitgliedern Paul Zischler und Susanne Mann, die zusammen die zischlermann filmproduktion bilden. „Krieg der Lügen“ entstand als Abschlusswerk an der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Film ist eine Koproduktion mit der Filmakademie Ludwigsburg, dem Südwestrundfunk, dem Bayrischen Rundfunk und dem Film- und Fernseh-Labor Ludwigsburg mit Unterstützung der MFG Filmförderung.
 
Die renommierteste internationale Auszeichnung für TV Produktionen aus aller Welt nahmen am Montag Matthias Bittner und Produzent Paul Zischler in New York entgegen. Produzent Paul Zischler: „Die Nominierung war schon eine riesen Ehrung und der Emmy als Institution eine geniale Plattform – und wenn man dann noch gewinnt, macht es natürlich doppelt Spaß!“
 
„Krieg der Lügen“ ist die Geschichte eines irakischen Chemieingenieurs, dessen Information über mobile Massenvernichtungswaffen über den Tisch von BND, MI6 und CIA gingen und 2003 schließlich von der US-Regierung zur Legitimation der Irak-Invasion benutzt wurden. Heute wissen wir: der Irakkrieg basiert auf einer Lüge. Die Presse stellt Rafed Ahmed Alwan als den Schuldigen an den Pranger, er hingegen nimmt stolz für sich in Anspruch, bei der Beseitigung Saddam Husseins geholfen zu haben. War Alwan tatsächlich in der Lage die Geheimdienste der Welt hinters Licht zu führen und wie wurde aus einer Lüge eine geeignete Wahrheit?
 
Mit der Auszeichnung für „Krieg der Lügen“ setzt sich der internationale Erfolg von Produktionen von VDFP-Mitgliedern fort. Nach dem Aufsehen erregenden Cannes Auftritten von „Toni Erdmann“ (Komplizen Film) und "Der Glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" (One Two Films, Gewinner der Sektion Un Certain Regard), Wim Wenders Wettbewerbsbeitrag "Die schönen Tage von Aranjuez" in Venedig und gleich zwei Filmen, die ins Rennen um eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film“ gehen, sorgt nun auch ein Dokumentarfilm aus den Reihen des Produzentenverbands für internationale Furore.
 
Der VDFP gratuliert Susanne Mann und Paul Zischler von zischlermann filmproduktion sehr herzlich.
 
Weitere Infos zum Film sowie den Trailer finden sie hier.

VDFP Initiative Cinemathon Workshop bei den Münchner Medientagen am 27.10.2016

Im Rahmen der Münchner Medientage diskutierten Roger Crotti, Vice President, Head of Maketing and Theatrical bei The Walt Disney Company, Oliver Koppert,  Geschäftsführer Constantin Film AG/Constantin Film Verleih, Dr. Thomas Negele, Vorstandsvorsitzender HDF Kino, Arno Ortmair, Vorstandsvorsitzender VDFP und Erwin M. Schmidt, Co-Founder Cinemathon am Donnerstag, 27. Oktober 2016, 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr. 

Die Digitalisierung des Medienmarktes verändert rasant und nachhaltig die Film- und Fernsehbranche und das fiktionale Filmschaffen. Die digitale Revolution erfordert deshalb eine tiefgehende Befassung mit der Erneuerung der kreativen Gestaltung und der Wertschöpfung der Film- und Fernsehbranche.

Der VDFP hat deshalb in Zusammenarbeit mit Cinemathon, Erwin M.Schmidt, eine Studie und einen Workshop ins Leben gerufen, die den Blick über den Tellerrand der Branche hinaus öffnen sollen, auch mit Hilfe von Design-Thinking, wie es in der Computerbranche erfolgreich angewendet wird.

Wir wollen Lösungsansätze und Ergebnisse vorstellen, die Antwort auf die Erfordernisse medialer Inhalte und Businessmodelle der Zukunft geben:

-        Wie sieht das Kino von morgen aus?

-        Wie sehen die Filme und Serien von morgen aus?

-        Welche Chance haben unabhängige Produzenten im neuen Markt? Und wie können diese in einem zunehmend von globalen Playern dominierten Markt weiterhin bestehen?

Der Vortrag von Erwin M. Schmidt, Cinemathon, ist sehr gut angekommen und hat konstruktive Ratlosigkeit hinterlassen.

Die anschließende Diskussion zwischen den Panel Teilnehmern und dem Publikum - das sich erstaunlich rege beteiligte  – ergab interessante Ideen und Anregungen und führte dazu, dass alle Beteiligten dieses Thema interessant fanden und den Dialog weiterhin fortsetzen wollen.

v.l.n.r. Oliver Koppert (Geschäftsführer Constantin Film), Erwin Schmidt (Projektleiter Cinemathon), Arno Ortmair (Vorstandsvorsitzender VDFP), Thomas Negele (Vorstandsvorsitzender HDF Kino), Roger Crotti (VP The Walt Disney Company) 

v.l.n.r. Oliver Koppert (Geschäftsführer Constantin Film), Erwin Schmidt (Projektleiter Cinemathon), Arno Ortmair (Vorstandsvorsitzender VDFP), Thomas Negele (Vorstandsvorsitzender HDF Kino), Roger Crotti (VP The Walt Disney Company) 

v.l.n.r Oliver Koppert, Roger Crotti, Arno Ortmair, Thomas Negele, Erwin Schmidt

v.l.n.r Oliver Koppert, Roger Crotti, Arno Ortmair, Thomas Negele, Erwin Schmidt

Oliver Koppert und Roger Crotti

Oliver Koppert und Roger Crotti

Roger Crotti und Arno Ortmair

Roger Crotti und Arno Ortmair

VDFP Herbsttreffen in Kassel 04./05.11.2016

Das Treffen in Kassel war von großer Gemeinsamkeit und innovativer Kraft beseelt und viele konstruktive Vorschläge und Anregungen sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Zu den monatlichen Treffen in Berlin wird der Vorstandsvorsitzende Arno Ormair zukünftig hinzukommen und dabei auch die in Kassel vorgebrachten Verbandsthemen weiter mit den Mitgliedern diskutieren und bearbeiten.

Die in Kassel vorgestellten Case Studies über die Entwicklung und Finanzierung von Toni Erdmann, die Vorstellung der VOD Plattform des VDFP, oder der Vortrag über Kapitalbildung, wurden von den 23 Teilnehmern mit großem Interesse aufgenommen und haben tiefen Einblick in sonst nicht zugängliche Bereiche und Details und Risiken unseres produzentischen Schaffens gegeben.  

Wir sehen dem nächsten Produzententreffen, das voraussichtlich im Frühjahr 2017 sein wird, wieder mit großer Freude entgegen und hoffen, dass dann noch mehr Mitglieder daran teilnehmen werden.

Alle nominierten VDFP Produzenten gehen mit LOLAS nach Hause!

Die Mitglieder des Verbands Deutscher Filmproduzenten VDFP gingen mit insgesamt 10 Nominierungen ins Rennen  - und wurden mit 7 LOLAS belohnt!

Thomas Stubers HERBERT, Departures Film GmbH  (Produzenten: Undine Filter, Thomas Kral) wurde drei Mal ausgezeichnet und gewann den Filmpreis in Silber für den Besten Spielfilm. 

Nicolas Steiners Dokumentarfilm ABOVE AND BELOW, Flying Moon Filmproduktion GmbH  (Produzent: Helge Albers) wurde als Bester Dokumentarfilm gekürt. Ausserdem wurde Kameramann Markus Nestroy für die Beste Kamera geehrt.

Weitere LOLAS gab es für Produktionen von Komplizen Film GmbH (Produzenten: Jonas Dornbach,  Janine Jackowski,  Maren Ade) und Neue Road Movies GmbH  (Produzent: Gian-Piero Ringel).

 

Die LOLAS der VDFP Mitglieder im Einzelnen:

3 LOLAS für Departures Film GmbH für „Herbert“  (Produzenten: Undine Filter, Thomas Kral)

LOLA in Silber für den Besten Spielfilm (Undine Filter, Thomas Kral)

Beste männliche Hauptrolle (Peter Kurth)

Bestes Maskenbild (Hanna Hackbeil)

 

2 LOLAS für Flying Moon Filmproduktion GmbH für „Above and Below“
(Produzent: Helge Albers)

LOLA in Gold für den Besten Dokumentarfilm (Helge Albers)

LOLA in Gold für die Beste Kamera / Bildgestaltung (Markus Nestroy)

 

Eine LOLA für Komplizen Film GmbH für „Hedi Schneider steckt fest“ 
(Produzenten: Jonas Dornbach,  Janine Jackowski,  Maren Ade)

Beste weibliche Hauptrolle (Laura Tonke)

 

Eine LOLA für Neue Road Movies GmbH für „Everything Will Be Fine“ 
(Produzent: Gian-Piero Ringel)

Beste Filmmusik (Alexandre Desplat)

 

Die Preisverleihung fand am 27. Mai in Berlin statt.